Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Der Januar

Der Januar ist heuer ein seltener Geselle
es sprudelt froh des Bächleins Quelle
das oben hoch am Berg entspringt
derweil im Ast der Bergfink singt

Der fern aus Sibiriens ewigen Weiten
zu uns her flog in wärmere Zeiten
er macht hier Rast, und ruht sich aus
er glaubt, er wäre schon zu Haus

Im warmen Süden, hinterm Mittelmeer
wo zuerst in Italien die Gefahren sehr
wenn Vogelfänger mit vielen Netzen
ihr junges Leben zum Fressen schätzen

dies ist ein schlimmer Vogelmord
er rafft sie zu tausenden in Scharen fort
die gutes tun, man sollt sie schützen
ein Singvogel der Insekten frist, kann uns nur nützen

auch Schwalben werden dort gefangen
wegen deren Wiederkehr unsere Kinder bangen
doch im Urlaub strömt unser Volk in Scharen hin
nur Sonne und überfüllten Strand im SInn.

Wird auch das Auto gestohlen, der Geldbeutel verschwunden
in der Gassen lauschigen Abendstunden
wie der Zug der Lemminge über steile Klippen
der Deutsche fährt hin, Arreviderci auf den Lippen

dabei sind wir dort am meisten gehaßt
wenn ihnen auch unsere DM. paßt
die in ihre Kassen klingt dort allerorten
dann können sie auch unsere Sprache, mit vielen Worten

wer kommt denn aus Italien zu uns in den Norden?
hier gibt es kein organisiertes Vogelmorden
die Maffia, nur im Sumpf der großen Städte
woher sie kommt, es weiß jeder, ich wette,

dabei scheint in unseren Weinlanden auch viel Sonne
der Riesling ist für Alle eine Wonne
der in den steilen Hängen gereift
wenn im Herbst der WInzer danach greift,

man ist auch ein gern gesehener Gast
es ist ein Urlaub, der den meisten paßt
mit Speis und Trank man wird verwöhnt
und so das Leben echt verschönt

Das Geld bleibt im Land, schafft Arbeit und Brot
es leiden weniger Menschen not
die unverschuldet nun Sorgen haben
sie können sich nicht im Ausland laben.

Doch zurück zur Natur, im Januar hier
es sind durcheinander Pflanzen und Tier
die Gänseblümchen lugen hervor
ist es die Frühlingssonne, die sie kitzelt am Ohr?

Auch die Knospen schwellen an Busch und Strauch
die warmen Winde streichen ihren Bauch
der grün und weiß, zum Aufspringen bereit
in der ungewohnten Januarzeit

die Wildschweine spielen verrückt im Wald
ihre Winterschwarte ist gar nicht kalt
ihr Hormonspiegel gerät in Unordnung nun
laufen herum im Feld, in sinnlosem Tun

die Menschen, mit Herz- und Kreislaufbeschwerden
haben ernste Stunden nun zu bewerten
den ein plötzlicher Frost mit Eiseskälte
macht vielen Menschen, Pflanzen und Tieren ein Ende

das Bächlein erstarrt in Schnee und Eis
das Fischlein in sicherer Höhle sich weiß
das jetzt noch froh über die Steine springt
derweil im Ast der Bergfink singt

er macht sich nun auf seinen gefahrvollen Flug
im großen Schwarm, doch früh genug
bevor der Schnee mit großer Macht
Berg und Tal zudeckt mit weißer Pracht

viele Menschen hoffen schon lange darauf
denn es ist allenhalben ein alter Brauch
wenn Schnee im Tal und des Berges Pracht
eine Schneeballschlacht viel Freude macht

die Ski, die werden angeschnallt
so man es kann, eilt man zum Wald
in stolzer Höhe am steilen Hang
und ab geht es mit Schwung, ohne Bang

das Rodeln macht den Kindern Spaß
läuft auch vor Kälte ihnen die Nas
die Alten ruhn sich zu Hause aus
am wärmenden Ofen, im schützenden Haus

doch auf den Straßen, im Verkehr
bringt Vorsicht und Bedacht den Menschen mehr
als einfach so dahin zu rasen
dies könnt das Lebenslicht ausblasen

den neuen Wein soll man jetzt probieren
genügend Zeit, ihn zu studieren
die Keller sind zum Rand gefüllt
voll edlem Wein, der den Durst uns stillt

doch auch zum Schlürfen und Genießen
wird dieser Jahrgang noch lang gepriesen
manch Fuder allerbester Wein
lagerten die WInzer in die Keller ein

er ist gereift, wird abgefülllt,
Genuß und Durst der Gäste er stillt
die ihn nun lobeb und auch preisen
und ihn dann stets willkommen heißen

in des Januars unwirtlichen Tagen
kann Sonnenschein er in die Herzen tragen
die er in den heißen SOmmertagen
wenn Hitze und Arbeit die WInzer plagen

in seinen Beeren aufgenommen
nun abgibt uns, und stets willkommen
als Sonnenspeicher der Natur
wärmt, schmeckt und erfreut er uns nur

wenn er in Maßen wird getrunken
Gesundheit spendet, heilet Wunden
der Seele, wie des Körpers auch
beruhigt den verstimmten Bauch.

Die weisen Ärzte aus alter Zeit
die waren stets und gern bereit
mit viel Erfolg zu heilen mit Wein
 zu lindern Schwerz und Seelenpein

ob aus Bingen die heilige Hildegard
sie hatte für jedes Leiden einen Wein parat
die alten Griechen in Schrift und Wort
sie pflanzten seinen Ruf gern fort

die Römer machten ihn bekannt
nicht nur in Gallien, in jedem Land
das ihre Krieger mit raschem Schritt
eroberten, sie brachten die Weinkultur mit

Pro Krieger, ein Liter Wein am Tag
das war Gesetz, wer nicht trinken mag
der wurde schwer und hart bestraft
seine Gesundheit war gefährdet, wes nicht glauben mag

der lese nach, es ist bekundet
zur Gesundheit der Wein sehr vielen mundet
vor allem den Ärzten, dies ist bekannt
nicht nur in unserem Vaterland

Mit Maßen genossen, mit Maßen gezecht
ist Geist und Seele, sowie dem Körper recht
hält Geist und Seele, sowie den Körper gesund
freut man sich des Lebens zu jeder Stund

Drum, die Quelle der Gesundheit und Glücklichsein
ist stets ein guter Moselwein!

zurück zur Ausgangseite 
© by Emil Niehusmann Feb. 2006