Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Wanderung im Ahringstal

Frühmorgens, wenn die Sonne aufgeht
der Wanderer aus seinem Bett aufsteht
behutsam weckt er seine Frau
die Wiesen sind noch feucht vom Tau

ein kräftig Frühstück nehmen sie ein
dies soll der Wanderung Rüstzeug sein
so wohlgestärkt, mit guten Mut
die fröhliche Laune belebt das Blut

einteilen sie mit frohem Schritte
ins Ahrigstal aus des Dorfes Mitte
der Rucksack throhnt auf seinem Rücken
die Frau begleitet ihn mit Entzücken

sie weiß, daß Schinken, Brot und Wein
zur Rast im Tale laden ein
sie hat den Rucksack ja gepackt
mit der Vorbereitung sich geplagt

auch gute Schuhe muß man haben
der Weg ist leider zu beklagen
doch führt er hin in die Natur
wo WIld und Vögel wohnen nur

An Grappa Ottos Ranche vorbei
sein Hund berüßt uns mit Geschrei
zur linken Seite die Hühner gackern
in der Willigshell sich die Menschen rackern

damit gedeiht ein edler Tropfen
der des WInzers Herz läßt schneller klopfen
wenn im Herbst zu der Trauben Erntezeit
ein köstlicher Wein voll Sonne gedeiht

beschwingt lenkt man seine Schritte weiter
ein Lied ist ein guter Wegbegleiter
denn wir gehen heute noch manche Stunde
auf dieses Wanderwegs Runde

Der Rauschkümpel ist unser Ziel
doch an Gesemanns Mühle hält man still
un den ersten Wein froh zu genießen
und des Wanderers Dasein zu versüßen

ein kerniger Riesling, voll Würz und Saft
schenkt jedem Wanderer Lebenskraft
beschwingt und leicht man weiter zieht
bis zum Zigarettenkopf, wo der Ginster blüht

man denkt an die arbeitsamen Stunden
da sich die Menschen dort geschunden
um zu schlagen in den harten Fels den Weg
doch sie hatten sich stets umsonst gequält

denn des Abends war der Lohn fort
in Inflation galoppierte damals flott
daß oft sie dafür eine Zigarette nur bekommen
daher hat dieser Fels seinen Namen bekommen.

Man trinkt das nächste Gläschen Wein
der Rucksack wird bald leichter sein
man setzt beschwingt seine Schritte fort
an den erstrebten schönen Ort

wo der Bach über den Fels rauscht in den Sand
im Volksmund wird er Rauschküppel genannt
Wanderer, lenkst Du nach hier Deine Schritte
verweil ein wenig, dies sei meine Bitte

denn hohe Bäume in tiefer Schlucht
eine schattige Quelle, kein WIld auf der Flucht
Reh und Häslein äsen hier
Ruhe und Einkehr, für Mensch und Tier

ein kleines Paradies, kein Autolärm, fern von der Hetze des Lebens
hier bist du für dich, aller Unrast fern, der Weg war nicht vergebens
hier ruht man sich aus, hat Freud am Leben
was kann die Natur doch alles geben

hier schöpft man Kraft fürs Tagewerk
in tiefer Schlucht, am steilen Berg
man ruht sich aus, und setzt sich nieder
genießt die Vesper, stärkt die Glieder

dazu trinkt man den edlen Wein
er bringt auch Sonne ins Herz hinein
erquickt, erfrischt, so wandert man weiter,setzt frohgemut seine Schritte
die Sonne lacht über Wald und Flur, sie war im Bunde der Dritte

Über den Silberstay zu des Berges Höhn
wir froh und zufrieden weiter gehn
wir halten an am schroffen Hang
und schauen weit über die Flur hinan

Co steiler Fels von Bäumen umgeben
knorrige Eichen kämpfen ums Leben
windzerzaust sind ihre Wipfel
weit reicht der Blick auf ferne Gipfel

hingebreitet ist die Natur
das Auge schaut über Wald und Flur
man fühlt sich versetzt in ferne Landen
wie schön, daß wir diesen Aussichtspunkt fanden

hier ist Natur, die Wanderer genießen
Du stehst auf der Kanzel, die Welt dir zu Füßen
Noch rauschen die Wälder und spenden das Leben
noch sprudeln die Quellen, die Wasser uns geben

noch singen die Vögel und erfreuen unsere Herzen
durchwandert die Wälder, vergeßt eure Schmerzen
erquickt euch in Gottes freier Welt
und dankt eurem Schöpfer, daß er sie erhält

nun wandern wir nach Hause ausgeruht
setzen unsere Schritte frohgemut
mit unserem schönen Wandergruß
Gott zum Gruß und gut zu Fuß

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© by Emil Niehusmann Feb. 2006