| Wanderung im Ahringstal
Frühmorgens, wenn die Sonne aufgeht
der Wanderer aus seinem Bett aufsteht
behutsam weckt er seine Frau
die Wiesen sind noch feucht vom Tau
ein kräftig Frühstück nehmen
sie ein
dies soll der Wanderung Rüstzeug
sein
so wohlgestärkt, mit guten Mut
die fröhliche Laune belebt das Blut
einteilen sie mit frohem Schritte
ins Ahrigstal aus des Dorfes Mitte
der Rucksack throhnt auf seinem Rücken
die Frau begleitet ihn mit Entzücken
sie weiß, daß Schinken, Brot
und Wein
zur Rast im Tale laden ein
sie hat den Rucksack ja gepackt
mit der Vorbereitung sich geplagt
auch gute Schuhe muß man haben
der Weg ist leider zu beklagen
doch führt er hin in die Natur
wo WIld und Vögel wohnen nur
An Grappa Ottos Ranche vorbei
sein Hund berüßt uns mit Geschrei
zur linken Seite die Hühner gackern
in der Willigshell sich die Menschen rackern
damit gedeiht ein edler Tropfen
der des WInzers Herz läßt schneller
klopfen
wenn im Herbst zu der Trauben Erntezeit
ein köstlicher Wein voll Sonne gedeiht
beschwingt lenkt man seine Schritte weiter
ein Lied ist ein guter Wegbegleiter
denn wir gehen heute noch manche Stunde
auf dieses Wanderwegs Runde
Der Rauschkümpel ist unser Ziel
doch an Gesemanns Mühle hält
man still
un den ersten Wein froh zu genießen
und des Wanderers Dasein zu versüßen
ein kerniger Riesling, voll Würz und
Saft
schenkt jedem Wanderer Lebenskraft
beschwingt und leicht man weiter zieht
bis zum Zigarettenkopf, wo der Ginster
blüht
man denkt an die arbeitsamen Stunden
da sich die Menschen dort geschunden
um zu schlagen in den harten Fels den
Weg
doch sie hatten sich stets umsonst gequält
denn des Abends war der Lohn fort
in Inflation galoppierte damals flott
daß oft sie dafür eine Zigarette
nur bekommen
daher hat dieser Fels seinen Namen bekommen.
Man trinkt das nächste Gläschen
Wein
der Rucksack wird bald leichter sein
man setzt beschwingt seine Schritte fort
an den erstrebten schönen Ort
wo der Bach über den Fels rauscht
in den Sand
im Volksmund wird er Rauschküppel
genannt
Wanderer, lenkst Du nach hier Deine Schritte
verweil ein wenig, dies sei meine Bitte
denn hohe Bäume in tiefer Schlucht
eine schattige Quelle, kein WIld auf der
Flucht
Reh und Häslein äsen hier
Ruhe und Einkehr, für Mensch und
Tier
ein kleines Paradies, kein Autolärm,
fern von der Hetze des Lebens
hier bist du für dich, aller Unrast
fern, der Weg war nicht vergebens
hier ruht man sich aus, hat Freud am Leben
was kann die Natur doch alles geben
hier schöpft man Kraft fürs Tagewerk
in tiefer Schlucht, am steilen Berg
man ruht sich aus, und setzt sich nieder
genießt die Vesper, stärkt
die Glieder
dazu trinkt man den edlen Wein
er bringt auch Sonne ins Herz hinein
erquickt, erfrischt, so wandert man weiter,setzt
frohgemut seine Schritte
die Sonne lacht über Wald und Flur,
sie war im Bunde der Dritte
Über den Silberstay zu des Berges
Höhn
wir froh und zufrieden weiter gehn
wir halten an am schroffen Hang
und schauen weit über die Flur hinan
Co steiler Fels von Bäumen umgeben
knorrige Eichen kämpfen ums Leben
windzerzaust sind ihre Wipfel
weit reicht der Blick auf ferne Gipfel
hingebreitet ist die Natur
das Auge schaut über Wald und Flur
man fühlt sich versetzt in ferne
Landen
wie schön, daß wir diesen Aussichtspunkt
fanden
hier ist Natur, die Wanderer genießen
Du stehst auf der Kanzel, die Welt dir
zu Füßen
Noch rauschen die Wälder und spenden
das Leben
noch sprudeln die Quellen, die Wasser
uns geben
noch singen die Vögel und erfreuen
unsere Herzen
durchwandert die Wälder, vergeßt
eure Schmerzen
erquickt euch in Gottes freier Welt
und dankt eurem Schöpfer, daß
er sie erhält
nun wandern wir nach Hause ausgeruht
setzen unsere Schritte frohgemut
mit unserem schönen Wandergruß
Gott zum Gruß und gut zu Fuß |