| Die Heuernte
Die Schnitter kommen und mähen das
Gras
des Morgens frühm wenn es taufrisch
naß
schreiten sie mit der Sense weit ins Tal
ihr wetzen klingt mit schnellem Schall
rasiermesserscharf die Sense blinkt
derweil der Fink am Waldrand singt
in der Morgensonne am lichten Tag
der Schatten der Nacht nun vergehen mag
noch ist es frisch und kühl am Morgen
drum laßr das Tagwerk uns rasch
besorgen
bevor die Sonne in der Mittagsglut
in den Wald uns treibt, wo man gerne ruht
Die Schnitter schwingen ihre Sensen nun
in den Hüften wiegend mit schnellem
Schwung
durchs hohe Gras, das vor dem Blühen
kraftvoll und stark, ohne großes
Mühen
derweil die Sonne höher steigt
die Natur sich belebt, es singt und geigt
die Grillen zirpen und schwirren dahin
die Kräuter durften, berauschen den
Sinn
doch auch die Bremsen stechen in der Nähe
vom Bach
wo die Forelle huscht, sehr munter und
wach
wo Reh und Hirsch sich finden ein
ans quellfrische Wasser, das naturköstlich
fein
erfrischend und kühl, allen
löscht den Durst
ob Mensch ob Tier, ganz ohne Frust
man geht sich aus dem Weg, ein jeder hat
seinen Platz
der Mensch zu seiner Arbeit, das Wild
auf die Hatz
es sucht sich seine Äsung im Schutz
der Natur
es ist für alle Platz auf Gottes
weiter Flur
wenn man die Gesetze der Natur respektiert
sich nicht von ihnen entfernt, in der
Zivilisation sie verliert
in den Steinwüsten der Städte,
in Beton und Asphalt
wo das Dröhnen des Verkehrs in den
Straßenschluchten hallt
wo die Schlote qualmen und die Hämmer
dröhnen
man kann sich nur schlecht daran gewöhnen
doech zurück zur Wiese in der die
Schnitter jetzt schwitzen
denen die Arme erlahmen im Flirren der
Hitze
denn die Sonne meint es sehr gut mit uns
heuer
herrlich duftendes Heu füllt
dem Bauern die Scheuer
die Sensen, die werden jetzt öfter
gewetzt
mit einem kühlen Trunke die Lippen
benetzt
das Dörrobst gekaut, daß Speichel
sich bildet
so daß man die Anstrengung etwas
leichter empfindet
Um die Mittagszeit ruht man sich dann aus
ein qualmendes Feuer macht den Mücken
den Garaus
man schläft ein bis zwei Stunden,
schöpft neue Kraft
mit Spies und Trank neuen Lebenssaft
Dann wird das Gras auseinandergesät
daß die Sonne es trocknet, der WInd
der bläht
des Abends auf Haufen oder auch Bahnen
gekämmt
nur mehr mühsam die Müdigkeit
wird eingedämmt
Dann geht man nach Haus, um zu ruhen sich
aus
doch zuerst noch das Vieh versorgt man
im Haus
todmüd fällt man dann ins Bett
schläft tief und fest und wird nicht
fett
so war es früher vor langer Zeit
sie arbeiteten schwer, doch ist man glücklicher
heut?
von den Maschinen, von den Menschen, von
der Zeit gehetzt
dies wird nicth von jedem mehr geschätzt.
Bedingungsloses Wachstum um jeden Preis
die Plünderung aller Schätze
unseres Planeten heiß
dies kann doch nicht unsere Zukunft sein
denkt einmal darüber nach, bei köstlichem
Wein ! |