Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Die Heuernte

Die Schnitter kommen und mähen das Gras
des Morgens frühm wenn es taufrisch naß
schreiten sie mit der Sense weit ins Tal
ihr wetzen klingt mit schnellem Schall

rasiermesserscharf die Sense blinkt
derweil der Fink am Waldrand singt
in der Morgensonne am lichten Tag
der Schatten der Nacht nun vergehen mag

noch ist es frisch und kühl am Morgen
drum laßr das Tagwerk uns rasch besorgen
bevor die Sonne in der Mittagsglut
in den Wald uns treibt, wo man gerne ruht

Die Schnitter schwingen ihre Sensen nun
in den Hüften wiegend mit schnellem Schwung
durchs hohe Gras, das vor dem Blühen
kraftvoll und stark, ohne großes Mühen

derweil die Sonne höher steigt
die Natur sich belebt, es singt und geigt
die Grillen zirpen und schwirren dahin
die Kräuter durften, berauschen den Sinn

doch auch die Bremsen stechen in der Nähe vom Bach
wo die Forelle huscht, sehr munter und wach
wo Reh und Hirsch sich finden ein
ans quellfrische Wasser, das naturköstlich fein

erfrischend  und kühl, allen löscht den Durst
ob Mensch ob Tier, ganz ohne Frust
man geht sich aus dem Weg, ein jeder hat seinen Platz
der Mensch zu seiner Arbeit, das Wild auf die Hatz

es sucht sich seine Äsung im Schutz der Natur
es ist für alle Platz auf Gottes weiter Flur
wenn man die Gesetze der Natur respektiert
sich nicht von ihnen entfernt, in der Zivilisation sie verliert

in den Steinwüsten der Städte, in Beton und Asphalt
wo das Dröhnen des Verkehrs in den Straßenschluchten hallt
wo die Schlote qualmen und die Hämmer dröhnen
man kann sich nur schlecht daran gewöhnen

doech zurück zur Wiese in der die Schnitter jetzt schwitzen
denen die Arme erlahmen im Flirren der Hitze
denn die Sonne meint es sehr gut mit uns heuer
herrlich duftendes Heu füllt  dem Bauern die Scheuer

die Sensen, die werden jetzt öfter gewetzt
mit einem kühlen Trunke die Lippen benetzt
das Dörrobst gekaut, daß Speichel sich bildet
so daß man die Anstrengung etwas leichter empfindet

Um die Mittagszeit ruht man sich dann aus
ein qualmendes Feuer macht den Mücken den Garaus
man schläft ein bis zwei Stunden, schöpft neue Kraft
mit Spies und Trank neuen Lebenssaft

Dann wird das Gras auseinandergesät
daß die Sonne es trocknet, der WInd der bläht
des Abends auf Haufen oder auch Bahnen gekämmt
nur mehr mühsam die Müdigkeit wird eingedämmt

Dann geht man nach Haus, um zu ruhen sich aus
doch zuerst noch das Vieh versorgt man im Haus
todmüd fällt man dann ins Bett
schläft tief und fest und wird nicht fett

so war es früher vor langer Zeit
sie arbeiteten schwer, doch ist man glücklicher heut?
von den Maschinen, von den Menschen, von der Zeit gehetzt
dies wird nicth von jedem mehr geschätzt.
Bedingungsloses Wachstum um jeden Preis
die Plünderung aller Schätze unseres Planeten heiß
dies kann doch nicht unsere Zukunft sein
denkt einmal darüber nach, bei köstlichem Wein !

zurück zur Ausgangseite 
© by Emil Niehusmann Feb. 2006