Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Im Mai

Im Mai ist frün schon die Natur
es sprießt und wächst in Wald und Flur
die Sonne brennt auf den Schieferstein
und der speichert die Hitze für den Wein

Die jungen Triebe am Rebenhang
wachsen nun hervor, erst zaghaft und bang
denn die Eisheiligen sind noch nicht vorbei
eine uralte Geißel im Monat Mai

Als Pankratius, Servatius und Bonifatius bekannt
brigen sie oft Verderben ins Rebenland
auch noch die "Kalte Sofie" gegen ENde des Mai
bringt einen Hauch von Kälte schon mal vorbei

Sind die Gefahren gebannt, können die Reben erblühen
daß süßschwere Düfte das Tal durchziehen
das Tal ist erfüllt von Blütenduft
ein betörendes Aroma liegt in der Luft

Dies ist eine geheimnisvolle, hoffnungsfrohe Zeit
die Gescheine, die Beeren sind zur Hochzeit bereit
doch auch im Keller wird unruhig nun der Wein
die Natur ist aufgewühlt, scheinbar muß das so sein

daß in der Sonne heißen flirrenden Strahlen
die Blüte sich vollzieht mit geheimnisvollen Gebaren
wie bei einer Geburt, voll Unruhe und Sorgen
erfleht der Winzer auch die Sonne für den nächsten Morgen

08.05.1986

 
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© by Emil Niehusmann Feb. 2006