| Im Mai
Im Mai ist frün schon die Natur
es sprießt und wächst in Wald
und Flur
die Sonne brennt auf den Schieferstein
und der speichert die Hitze für den
Wein
Die jungen Triebe am Rebenhang
wachsen nun hervor, erst zaghaft und bang
denn die Eisheiligen sind noch nicht vorbei
eine uralte Geißel im Monat Mai
Als Pankratius, Servatius und Bonifatius
bekannt
brigen sie oft Verderben ins Rebenland
auch noch die "Kalte Sofie" gegen ENde
des Mai
bringt einen Hauch von Kälte schon
mal vorbei
Sind die Gefahren gebannt, können
die Reben erblühen
daß süßschwere Düfte
das Tal durchziehen
das Tal ist erfüllt von Blütenduft
ein betörendes Aroma liegt in der
Luft
Dies ist eine geheimnisvolle, hoffnungsfrohe
Zeit
die Gescheine, die Beeren sind zur Hochzeit
bereit
doch auch im Keller wird unruhig nun der
Wein
die Natur ist aufgewühlt, scheinbar
muß das so sein
daß in der Sonne heißen flirrenden
Strahlen
die Blüte sich vollzieht mit geheimnisvollen
Gebaren
wie bei einer Geburt, voll Unruhe und
Sorgen
erfleht der Winzer auch die Sonne für
den nächsten Morgen
08.05.1986
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