| Die Großbachmühle
Im Großbachtal eine Mühle steht
schon jahrelang sich kein Rad mehr dreht
unsere Urgroßväter würden
sich im Grab umdrehen
würden sie die baufällige Mühle
sehen
was sie geschaffen mit ihrem Fleiß
im Sommer, wenn die Sonne heiß
sie schwitzten, wenn sie Stein um Stein
die Mühle schufen, im Angesicht der
Trauben fein
die im Ungsberg reifen, im Schiefer heiß
unter der Pflege der Winzerfamilien mit
Fleiß
ihre Frauen mühten sich im steilen
Hang
die Männer erbauten die Mühle,
kraftvoll doch bang
denn nur bei guter Ernte mit Sonnenschein
strömt Geld auch in den Ort hinein
zu zahlen die Handwerker, das tägliche
Brot
damit die Familien nicht leiden Not
Die Mühle wurde vollendet unter Entbehrungen
doch stolz
mit mächtigen Balken aus Eichenholz
mit Schiefer gedeckt, aus heimischen Stein
aus der Tiefe des Berges holte man ihn
heim
daß er nun das stolze Gebäude
schützt
vor Regen und Sturm, vor Gewitter wenn
es blitzt
auch die Mauern aus heimischen Schiefergestein
geben Sicherheit und Geborgenheit, spiegeln
sich wieder im Wein
der nun beim Richtfest im Becher blinkt
derweil man weinfrohe Lieder singt
denn nach Monaten Mühe, Last und
Schweiß
ist die heutige Feier der gerechte Preis
für den gemeinsamen Geist, der zu
großem beflügelt
mit dem Richtspruch des Meisters wird
das Werk besiegelt
der droben auf dem First beim Richtkranz
trohnt
der Gott auch dankt, daß die Mühe
lohnt
alsdann bekommt das Wasser seinen freien
Lauf
mit mächtigem Rauschen stürzt
es aufs Mühlrad drauf
in große Schaufeln, die neu noch
blinken
und ehrfurchtsvoll viele zur Erde sinken.
Sie danken Gott, daß das Werk vollbracht
es wurde wirklich Großes geschafft
wenn man gemeinsam fest zusammensteht
darf man stolz zusehen, wie das Rad sich
dreht
das aus heimischer Eiche zusammengefügt
zu konstvollem Werk gedübelt und
verfügt
gelagert auf mächtigen Blöcken
aus Stein
es dreht sich das Rad, stoßet an
mit Wein
Gebändigt ist des Wassers Kraft
das Mühlrad sich dreht, es für
uns geschafft
es mahlt unser Korn zum täglichen
Brot
die Familien leiden keine Not
Es schrotet den Hafer, rollt die Gerste
aus
das Vieh braucht nicht zu darben, es ist
Wohlstand im Haus
es spendet Lebensqualität und Freiheit
dazu
und rumpelt und poltert arbeiten die Mühlsteine
im Nu.
Human wird die Kraft der Natur genützt
die Umwelt geschont, gehegt und geschützt
die Forelle schwimmt im Mühlenteich,
der sauber und klar
wer Durst hatte, trank daraus, es schmeckte
wunderbar.
Doch es kamen auch Kriege, Jahre der Not
mit großem Leiden, es wurde knapp
das Brot
gar mancher im Felde sein Leben ließ
auf Kaisers Geheiß, es war gewiß
nicht süß
zu töten die Menschen, die einem nichts
getan
dem Gegner ging es genau so, auch ihn
trieb voran
der Befehl seines Herrschers, der weit
und fern
große Pläne machte am Stabstisch
mit seinen Herren.
Das Volk, das wird doch nicht gefragt
wenn man es hinaus zum töten jagt
auchheute wieder rüsten im Osten
und Westen
als wäre nie vorher so viel Elend
gewesen
Doch auch die Kriege hat die Mühle
überlebt
hat auch im Donner der Granaten die Erde
gebebt
erst in friedlicher Zeit, ohne hunger
und Not
als in die Mülltonnen flog das verschmähte
Brot
obwohl Millionen hungern in aller Welt
die zum allernötigsten keinen Pfennig
Geld
da ging es dreckig ihr hier im Tal
von Dornem umwuchert, der Weg wurde schmal
der zum Eingang führte, der schief
und krumm
der Schiefer hing lose auf dem Dach herum
es regnete durch, das Dach fiel ein
es nistete sich Ungeziefer ein
Das war der Dank für das jahrzehntelange
Schaffen
gar mancher tat sie auch mitleidig begaffen
viele wollten sie kaufen, doch sie war
nicht feil
so verfiel sie immer mehr, stürzte
teilweise ein.
Es ist wie im Leben, "Bist du geraten in
Not"
so gehen tausend Freunde auf ein Lot
ja, so sind deine "Freunde" plötzlich
alle tot
man bekommt noch nicht mal ein Gnadenbrot
Die Gemeinde brauchte viel Geld zu anderen
Dingen
die wollen ebenfalls hier auch nicht gelingen
ob Schwimmbad, oder Campingplatz
hier sollten sein
eine halbe Million wird wohl flöten
sein
Und doch haben Menschen mit der Mühle
Erbarmen
es sind keine Reichen, es sind keine Armen
es sind einfach Bürger wie Du und
Ich
mit viel Idealismus, man glaubt es nicht.
Sie fanden sich zusammen und packten es
an
ob weiblich oder männlich, jeder
steht seinen Mann
doch viele Hürden sind zu bezwingen
soll das gesetzte Ziel recht bald gelingen
das sich das Rad dovh wieder dreht
gar mancher es immer noch nicht versteht
daß verschiedene Menschen, ob älter
oder jung
es gemeinsam schaffen, mit Idealismus
und Schwung
Es wurde lange darüber diskutiert
wir wurden heftig auch diffamiert
es wurde mit Bagger und Raupe gedroht
doch nun sind wir Partner, ob es sich
lohnt
Was du ererbst von Deinen Vätern,
erwirb es um es zu besitzen!
Diese Lebensweisheit hoff ich , wird uns
Allen nützen!
Die Zeit heilt Wunden, drum packen wir
es an
Daß beim neuen Richtfest stoßen
wir mit Freuden an!
09.08.1983
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