| Gedanken im Rheinpavillon zu
Geisenheim am Rhein
Man schaut hinaus auf den weiten Strom
und genießt die Landschaft, den
Wein, sitzt wie im Dom
durch große Fenster, weit drüben
im Land
zwischen den Bäumen der Blick das
ferne Ufer fand.
Von hohen Bäumen es gesäumt
hinter sandigem Strand, von Wellen umschäumt
die von den Schiffen werden aufgewühlt
und nun die Menschen werden davon umspült
die am Ufer rasten und ruhen sich aus
dem Alltag entflohen, der Hast, oh Graus
sie sitzen am Ufer und genießen
die Ruh
schauen den Schiffen, den Anglern, den
Booten zu
die majestätisch und stolz zu Berge
streben
sie befördern Güter, auch Menschen
voller Leben
die fröhlich und singend ihr Dasein
genießen
Gott Bachus selbst liegt ihnen zu Füßen
Den Weg sich bahnend zu Berg kostet Kraft
jede Crew ist froh, wenn sie es geschafft
so ists auch im Leben, so wirds immer
sein
mit gemeinsamer Kraft gehts besser als
allein
Die Quellen allen Lebens sind Wasser und
Sonne
sie breiten nicht immer uns nur eitel
Wonne
denn es sind Urgewalten die kaum zu bändigen
werder von Praktikern, noch Professoren,
noch Wetterpropheten den wendigen
Die Quellen zu erforschen, ein Menschheitstraum
des Lebens, der Geschichte, der Weltenraum
der Mensch strebt nach oben, tritt nach
unten aus
wer will es ändern? es ist ein Urgebraus
Es ist wie in der Natur, mit Intelligenz
und Kraft
alleine man es zum Gipfel schafft
jedes Rudel hat einen Boß, scheinbar
muß es so sein
ohne ihn fühlt sich die Herde, das
Rudel allein
Wer den Strom überwunden, die Quelle
erreicht
der weiß, daß der Kampf des
Lebens nicht leicht
nur der kann ermessen, wer aus eigener
Kraft
geschaffen, was selbst beim Gegner Anerkennung
schafft
Doch auch dann zu erhalten, was man erreicht
ist eine Aufgabe, die meist gar nicht
so leicht
denn die Meute wartet einem Wolfsrudel
gleich
nur der Starke überlebt, beherrscht
seinen Bereich
Sprach ich nun vom Menschen, oder vom Tier?
Gott verzeih die sündige Frage mit
doch ist der Unterschied gar so weit
zur besseren Einsicht bin ich gerne bereit
Nun zurück zum Rheinpavillon in trauter
Runde
nun genieße ich diese lauschige,
herrliche Stunde
beim Wein, beim Riesling, voll Sonnenschein
in Geisenheim, am herrlichen Rhein.
24.08.1983
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