Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Gedanken im Rheinpavillon zu  Geisenheim am Rhein

Man schaut hinaus auf den weiten Strom
und genießt die Landschaft, den Wein, sitzt wie im Dom
durch große Fenster, weit drüben im Land
zwischen den Bäumen der Blick das ferne Ufer fand.

Von hohen Bäumen es gesäumt
hinter sandigem Strand, von Wellen umschäumt
die von den Schiffen werden aufgewühlt
und nun die Menschen werden davon umspült

die am Ufer rasten und ruhen sich aus
dem Alltag entflohen, der Hast, oh Graus
sie sitzen am Ufer und genießen die Ruh
schauen den Schiffen, den Anglern, den Booten zu

die majestätisch und stolz zu Berge streben
sie befördern Güter, auch Menschen voller Leben
die fröhlich und singend ihr Dasein genießen
Gott Bachus selbst liegt ihnen zu Füßen

Den Weg sich bahnend zu Berg kostet Kraft
jede Crew ist froh, wenn sie es geschafft
so ists auch im Leben, so wirds immer sein
mit gemeinsamer Kraft gehts besser als allein

Die Quellen allen Lebens sind Wasser und Sonne
sie breiten nicht immer uns nur eitel Wonne
denn es sind Urgewalten die kaum zu bändigen
werder von Praktikern, noch Professoren, noch Wetterpropheten den wendigen

Die Quellen zu erforschen, ein Menschheitstraum
des Lebens, der Geschichte, der Weltenraum
der Mensch strebt nach oben, tritt nach unten aus
wer will es ändern? es ist ein Urgebraus

Es ist wie in der Natur, mit Intelligenz und Kraft
alleine man es zum Gipfel schafft
jedes Rudel hat einen Boß, scheinbar muß es so sein
ohne ihn fühlt sich die Herde, das Rudel allein

Wer den Strom überwunden, die Quelle erreicht
der weiß, daß der Kampf des Lebens nicht leicht
nur der kann ermessen, wer aus eigener Kraft
geschaffen, was selbst beim Gegner Anerkennung schafft

Doch auch dann zu erhalten, was man erreicht
ist eine Aufgabe, die meist gar nicht so leicht
denn die Meute wartet einem Wolfsrudel gleich
nur der Starke überlebt, beherrscht seinen Bereich

Sprach ich nun vom Menschen, oder vom Tier?
Gott verzeih die sündige Frage mit
doch ist der Unterschied gar so weit
zur besseren Einsicht bin ich gerne bereit

Nun zurück zum Rheinpavillon in trauter Runde
nun genieße ich diese lauschige, herrliche Stunde
beim Wein, beim Riesling, voll Sonnenschein
in Geisenheim, am herrlichen Rhein.

24.08.1983
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© by Emil Niehusmann Feb. 2006