Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Gedanken beim Wein im herrlichen Rheingau, im Gewölbekeller von Schloß Reinhartshausen

Es funkelt golden der Wein im Glase
sein Duft steigt betörend in des Kenners Nase
der schlürfend und kauend ihn dann genießt
so daß das Leben ihn wird versüßt

aus edler Frucht am steilen Hang
der Schiefer heiß, jahrtausende lang
von Winzerfamilien abgerungen
wurde er von Dichtern und Künstlern gleichfalls besungen

Er steckt voller Wahrheit und Lebensphilosophie
hat edle Rasse, enttäuscht uns nie
wenn er von Kennern ausgebaut
im tiefen Gewölbekeller, aus Steinen gehaut

Dort verbringt er seine Jugend, von der Kelter geflossen
wird zuerst als Federweißer er gerne genossen
in seiner stürmischen Phase, als Jüngling wild
er Genuß und Durst der Neugierigen stillt

dann reift er heran zum Jüngling, wird hell und klar
wird fachmännisch probiert im ersten Jahr
in dem er dann schließlich wird abgefüllt
und nun seine ruhige Zeit beginnt

Er lagert in Flaschen im kühlen Raum
neben Eichenfässern, denen entwachsen er kaum
reft dort heran, wird weise, wird alt
daß der Meister Lob ihm entgegenschallt

die ihn prüfen und preisen, wenn sie gekostet davon
gat ins Schwärmen geraten, mit Begeisterung schon
darauf warten, daß er zu seinen Freunden geführt
die genußvoll ihn loben, nachdem sie ihn studiert

Der Wein ist voll Leben, von der Natur geprägt
voll Sonne und Hoffnung, voll Glück gesät
er reift zur Vollendung, wird weise, wird alt
steckt voller Begeisterung, ihm Lob erschallt

Er ist Nehmen und Geben, bringt Freude, heilt Leid
der funkelt im Glase, in seinem schönsten Kleid
das wir nun erheben, und genießen dies Gut
Den Riesling, köstliche SOnnenglut!

23.08.1983
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© by Emil Niehusmann Feb. 2006