| Zur Ausstellung von Professoer Ernst
Fuchs im Rathaus zu Mainz am 09.03.1984
Professor Ernst Fuchs, ein begnadeter Künstler
unserer Zeit
eine Persönlichkeit, bekannt über
Europa weit
seine Heimat ist Österreich, voller
Geschichte und Tradition
es schenkte uns schon vielmals einen begnadeten
Sohn
sie schufen Operetten, die unvergesslichen
in aller Welt sind die Menschen darauf
versessen
und lauschen ergriffen den Melodien, unsterblich
schön
sie werden niemals untergehn
Ernst Fuchs, schon ein Begriff zu Lebenszeit
der Besuch seiner Werke hat niemals gereut
es ist ein Erlebnis, eine Einmaligkeit
in unserer an sich doch sehr ernsten Zeit
die Vielfalt seiner Kunst, eine Gottesgabe
das kennende Auge sich gern daran labe
voll sprechender Farben, im Ausddruck
monumental
begeistern sich die Menschen im Ausstellungssaal
doch auch strenge Linien sind als Studien
zu sehen
die Körper der Menschen, die von
Natur doch schön
uns alle hat Got nackt zur Erde gesandt
die Künstler bringen Schönheit
in dieses Land
Er malt Mythologien, regt zum denken an
er schreibt eigene Lieder, und dient sie
uns an
indem er sie singt, uns trägt er
sie vor
wir sind ganz ergriffen, mit lauschendem
Ohr
Die bildenden Künstler sollen Denkanstöße
geben
besonders für Menschen die träge
im Leben
jedoch auch für viele die sich der
Kunst verschrieben
und auch das Verrückte im Leben lieben
Seine Bilder zeigen ebenso das Expressionistische
wie er auch liebt das Surrealistische
die jüdische Mystik ihm nicht unbekannt
wie das Skurille aus dem früheren
Vielvölkerland
das Östereich-Ungarn doch einst vereint
von seinen Liebhabern und Anhängern
heut noch beweint
doch er schenkt es uns heute mit seinem
großen Schaffen
das wir kennend bewundern und nicht nur
begaffen
hier in Mainz, mit einer alten Kultur und
Geschichte
schreibe ich immer wieder gern meine eigenen
Gedichte
über das Geschehen, über die
EIndrücke, über teifes Erleben
mit meinen Sprüchen will ich es Euch
weitergeben
zur Erinnerung an den heutigen herrlichen
Tag
losgelöst von des langen Alltags
Plag
Nun lauschen wir seinen Worten, dem ernsten
Gesang
nur selten eine Weise ähnlich klang
die ich in meinem ganzen Leben vernommen
begleitet von Instrumenten wie dumpfen
Trommeln
viel Klage, viel Sorgen, viel Gottesfürchtigkeit
Melodien und Worte, viel Kummer und Leid,
Als wär Gott, der Allmächtige
hier in unserer Runde
wir Alle waren ergriffen zu dieser Stunde
als die schwingenden, klagenden Töne
in uns hallten
von den Wänden wiederkehrend, fast
zur Anklage sich ballten
Doch auch Worte zur Fastnacht hat er geschrieben
für seine Gemeinde, seine Verehrer,
für seine Lieben
für die Krönung des Lebens,
eine frohe Kinderschar
sein letztes Gedicht eine Zugabe war
Ein vielseitiger Mann, eine Persönlichkeit
im Leben
hat Gott uns in unserer Zeit gegeben!
Geschrieben während
der Eröffnungsfeier in Sitzungssaale des
Rathauses in Mainz 18 Uhr
- 19 Uhr |