Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Meine Gedanken anläßlich der 18. Bruderschaftstages der
Weinbruderschaft Mosel Saar Ruwer über den 1984er Jahrgang

Licht und Schatten im Weinbau

Das Wetter im Herbst war wunderschön
man hätte können fröhlich in die Weinberge gehen
doch die Gesichter der Winzer wruden lang und länger
die Menschen wurden bang und bänger

nicht nur die Menge enttäuschte sehr
bei Prüfung der Qualitäten wurden die Herzen schwer
die Prädikate des Jahrganges sind äußerst rar
doch "Der Neue" als Jungwein schmeckt trotzden wunderbar

Als Landwein oder als Tafelwein im Schoppen getrunken
ist schon mancher schwer ins Bett gesunken
als Qualitätswein beim Riesling sollte man in reigen lassen
ehe man ihn ausschenkt in Gläser und Tassen

so fünf bis sechs Jahre im Flaschen geruht
man wird erstaunt sein, wie gut es ihm tut
denn es gibt keinen schlechten Riesling, er wird nur zu früh getrunken
man sollte nicht früh die Nasen tunken

im geschliffenen Glas mit perlendem, funkelndem Wein
gefüllt mit Riesling, dem eingefangenen Sonnenschein
man trinkt halt zuerst die anderen Sorten
Müller Thurgau und Kerner, sie wachsen auch in unseren Orten

oder man labt sich und genießt dien älteren Wein
den 1982er und 1983er, der edel, fruchtig und fein
der vollmundig und reif, voll edler Güte
so führen wir uns doch den erst zu Gemüte

Ich wünsche Euch Allen Gesundheit und Glück
bei der Behandlung des "Neuen" sehr viel Geschick
denn wir sind ja von der Gesetzgebung von allen verlassen
Enttäuschung, ja Wut in den Kellern und Gassen

Wenn unserer Lobby in der Politik würde mehr Geld zugeführt
dann liefe es dort vielleicht auch besser, fast wie geschmiert
doch es wird wohl ein Flickwerk weiterhin bleiben
und wir Winzer leben weiter in unsicheren Zeiten!

17.11.1984
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© by Emil Niehusmann Mar. 2006