| Mosella pulchra
Die schöne Mosel
Du schöne Mosel, so herrlich und wild
wenn hohes Wasser Dein Bett überfüllt
daß über Wiesen und AUen, über
Stock und Stein
lehmbraune Fluten strömen ins Tal hinein
In Gassen und Winkel, in Hof und Haus
versetzen die Menschen in Schrecken und Graus
kommst Du mit Macht und lautem Tosen
vergessen die Mosellaner das Küssen und
Kosen
wozu der Wein befflügelt die Menschen
verdrängt nun die Freuden, die lebensfrohen
Wünsche
doch die Menschen im Tal, vom Steilhang geprägt
sind hart im Nehmen, sie stets unentwegt
sich stellen den Gewalten, nehmen die Herausforderung
an
dann steht auch jedes weibliche Wesen seinen
Mann
das sonst liebreizend, strahlend und betörend
ist
den Wein genießt, und gerne küßt
Es werden die Scheunen, die Keller geräumt
wenn brodelndes Wasser die Gassen schäumt
die Fässer mit edlem Wein abgestützt
es wird auch geflucht, wenn vor Erschöpfung
man schwitzt
Doch kommen die Fluten in den Wohnbereich
so ist man auf der Hut sogeich
mit Freundes Hilfe und Feuerwehr
get es jetzt doch wirklich hektisch her
die guten Stücke werden hinaufgetragen
mit sehr viel Mühe in die oberen Etagen
die Wandvertäfelung wird abgeschraubt
ein jeder hofft, ein jeder glaubt
daß der Himnmel schließt das Schleusentor
daß die Sonne bald wieder kommt hervor
die Quelle allen Lebens ist
die man erbetet, erhofft und genießt
die strahlend bekämpft die Wassergewalt
welche gurgelnd und tosend im Tale hallt
die alles verschlingt was lose und schwach
ein rauschendes Gewässer ein jeder Bach
der Schlamm und Geröll, auch Bäume
zumeist
auf seinem raschen Weg zur Mosel mit sich reißt
Doch die Sinne beruhigt die wilde Natur
bringt sprießendes Leben in Wald und
Flur
erhellt auch die Menschen, die der Natur wiederstanden
in den internationalen Mosellanden
denn im tiefen Frankreich sie entspringt
durchquert Lothringen und das Elsaß,
weinbeschwingt
schlöpft aus den Quellen der steilen Vogesen
die jahrzehntelang auch deutsch gewesen
nach Luxemburg fließt sie dann ei
bekränzt von Bergen edlem Wein
fließt dann nach Trier, der römischen
Bastion
vor 2000 Jahren schwärmten sie schon davon
Mosella pulchra wird sie heute genannt
als "Schöne Mosel" überall bekannt
Doch zuerst wird noch der Unrat abgeräumt
der mit den hoohen Fluten in die Gassen geschäumt
es wird gespritzt, geschrubbt und geputzt
denn der Schlamm nur den Feldern im Rale nutzt
Man hört nun wieder unbürokratische
Hilfeworte
man kennt sie schon in jedem Orte
das phrasenhafte, leere Politikergeschwätz
das wurde im Tal hier noch nie geschätzt
Man steht im Leben wie ein Fels
denn: Bist Du Christus, so hilf DIr selbst
die wehleidige Generation lernt dieses auch
es war jeher ein guter Brauch
Doch zurück zur Sonne, die nun scheint
die Leid ganz schnell zu Freud vereint
die Leben spendet und auch Kraft
den Menschen und dem Weinstock Lebenssaft
die im Schiefergestein im steilen Hang
produzieren ein Leben lang
ein köstliches Gut, einen edlen Wein
den Riesling: Eingefangener Sonnenschein!
Majestätisch fließt die Mosel nun
im Tal
die Menschen kommen von überall
zu bewundern die Landschaft, den Wein, die
Natur
eine Perle der Schönheit in Gotter weiter
Flur
Geruhsam die Schiffe gleiten dahin
voll Güter und Fracht im europäischen
Sinn
voll Menschen die froh und glücklich sind
die Segelboote gleiten geschwind
in den lichten Morgen, in der Abendstund
die Menschen ein frohes Lied im Mund
den Wein und Gesang uas frohem Herzen
dazu perlendes Lachen und frohes Scherzen
Hier könne die Menschen glücklich
sein
bei herrlichen Frauen, starken Männern
und köstlichem Wein!
16.05.1983
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