| Europa im Umbruch
Das Jahresende ergab Freude, Not und Leid,
Europa im Umbruch, eine hektische Zeit
Es fielen Zäune und Mauern, die Ungarn
machten es uns vor,
mit unseren Brüdern und Schwestern,
sangen wir das "Deutschlandlied" im Chor!
Was vor einem Vierteljahr noch undenkbar
schien,
doch plötzlich herrscht jetzt ein
unbeschreibliches Glücksgefühl.
Als sich Menschen umarmten, die sich nie
vorher gesehnen,
sich ihrer Tränen nicht schämten,
es war ein Wunder geschehen.
Ihre friedlichen Demonstrationen gegen
die Allmacht der Partei,
sie stopften Blumen in die Gewehre, sprengten
die Zwangsjacke entzwei.
In rund 40 Jahren Knechtschaft waren sie
eingesperrt,
von verbohrten Stalinisten, deren Geist
von Alter verzerrt.
Während in Rumänien noch die
dröhnenden Stiefel marschieren,
und sie ihre langen Mäntel mit Blut
verschmieren,
des eigenen Volkes, das erbärmlich
hungerte und frierte,
doch war da ein armer, kleiner Pfarrer,
den man unsagbar terrorisierte.
Sein tapferes Leiden erbarmte die Menschen,
sie teilten sein Leid,
und ganz plötzlich begann mit Gottes
Hilfe eine neue Zeit.
Doch viele Kinder, die in das Rad der
Weltgeschichte greifen,
werden oft zerschmettert, geraten unter
die Reifen.
Die Revolution frißt ihre Kinder,
es ist ein uraltes Spiel,
und auch hier forderte sie vom Volke der
Opfer viel.
Doch der "Tyran der Karpaten", wie
er sich selbst genannt,
hatte sich an der Wut des Volkes mehr
als die Pfoten verbrannt.
"Das Licht, das selbst der Sonne trotzt",
sprach er im Größenwhn,
doch das "helle Licht" ließ ihn
verglühen, hielt seinen Atem an.
der "Alte Klepper" erreichte sein "Nirwana"
nicht,
und es steht ihm noch bevor, Gottes höchstes
Gericht!
Auch unsere "Giganten" im Lande dürfte
es eine Warnung sein,
zu ignorieren Volkes Wünsche, entscheiden
für Gruppen, für Partei'n.
Konzerne der Industsrie, des Mammons,
die ganze Kontinente umfassen,
Ihre Macht läßt viele Bürger
vor Angst erblassen.
Denn zuviel Macht korrupiert, schafft Kaltschnäuzigkeit
um Denken,
verführt dazu die Mitmenschen wie
Shachfiguren zu lenken.
Doch die Menschen ducken sich nur eine
geraume Zeit,
bis vor Schmerz und Leid die Seele aufschreit.
"Kein Baum wächst zu hoch, er wird
von Blitzschlag gefällt,
so werden die Proportionen wieder ins
rechte Maß gestellt!"
Für das "Neue Jahr" wünschen
wir Euch nun allen,
Gesundheit, Glück und Wohlgefallen!
Geduld, Erfolg und Zufriedenheit!
Ein positives, kritisches Denken und Bescheidenheit!
31.12.1989
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