| Der März
Im März schirrt der Bauer die Rösser
geschwind
auch wenn es heute Traktoren sind
die mit großen Pflügen ihre Bahnen
ziehn
über vile Hektar ohne große Mühn
nur wenigen Leuten ist die Arbeit beschert
die früher ein ganzes Dorf ernährt
als Pferd und Ochse, sowie des Winzers Kuh
sowie der Fuhrleute Flüche störten
der Auen Ruh
eine mühsame Arbeit, doch sie ernährte
ihren Mann
sehr früh am Morgen das Tagwerk begann
mit dem Füttern der Tiere, und misten
den Stall
geschäftiges Treiben überall
eine jede Hand hatte auf dem Hof zu tun
es gab wenig Zeit sich auszuruhn
doch wenn jeder half, ob jung und alt
blieb im Winter nicht der Ofen kalt
es wurde gemolken, nachdem der Hahn kräht
die Hühner gefüttert, das Futter
gemäht
das den Tieren Kraft gab für den Tag
den Hafer das Pferd ganz besonders mag
der volle Trog im Schweinestall
bringt frohes grunzen überall
mit gedämpften Kartoffeln und Kleie verrührt
wird ihre Kraft zum Wachsen geschürt
damit sie beim Schlachten voll Fleisch und Speck
heut schneidet man diese edlen Stücke
weg
wenn gesund er gewachsen ohn künstlich
Futter
schmeckt er auch heut noch Vater und Mutter
so wurde im Haus alles selber erzeugt
die Milch von der Kuh, Die Butter von heut
die Eier im Nest gaben Kraft dem Mann
wenn er am Morgen das Tagwerk begann
dazwischen am Tag ein Stück vom Speck
gab neue Kraft, die Ermüdung war weg
dazu ein kerniges Roggenbrot
vonn Lebenskraft, voll Korn und Schrot
die Sauermilch an heißen Tagen
erfreute Geist , sowie den Magen
aus dem Garten der Apfel, sowie die Beeren
süß
natülich gezogen Salat und Gemüs
Des Abends Pellkartoffeln mit Hering verschönt
mit Leber- und Blutwurst wurde man verwöhnt
mit Speckgrieben, mit Mehlnetz und Mehldipp
nahm auch des Abends man gerne vorlieb
die Kartoffeln, die wurden auf dem Felde gepflanzt
auch wenn die Wildsau in den Reihen getanzt
die Rünkelrüben, der Hafer, das Korn
sie waren in der Reihenfolge der Pflanzung
vorn
es kam auch zum Essen der Wein auf den Tisch
am Freitag gabs Eier, oder frischen Fisch
aus dem Fluß, aus dem Teich, oder aus
dem Bach
wo die Forelle sprang, bergauf sehr wach,
Der Bach war noch nicht vom Abwasser verschmutzt
es wurde auf dem Hofe alles genutzt
die Wäsche wurde lange eingeweicht
und später auf der Wiese weiß gebleicht
etwas abseits stand ein kleines Haus
aus dem Herz in der Tür schauten Menschen
hinaus
die sich befreiten vom inneren Drang
die Entsorgung geregelt ganz ohne Zwang
es wurde zu Dung für Weinberg und Feld
mit den Exkrementen der Kiere kostete es kein
Geld
brachte Stickstoff und Humus in den Berg
hinein
sorgte mit dafür, für einen guten
Wein
der durchgegoren im Keller lag
ohne lästige Süße, ein Genuß
für den Tag
auch an des Abends frohen Stunden
ließ man ihn oft und gern sich munden
Doch bei der Arbeit gab es den Haustrank nur
im steielen Berg, oder Wald und Flur
wenn er war sauber zubereitet
hat erfrischend das Tagwerk er begleitet
Vom Erlös des Weines bestritt man zum Leben
was Weinberg und Felder nicht konnten geben
was Handwerker brauchaten für ihrer Arbeit
Lohn
die oft Künstler waren damals schon
wenn sie in die Balken der Häuser schnitzten
oder in der Schmiede am heißen Feuer
schwitzten
dort selbst das Eisen kunstvol bogen
deren Arbeit Kenner heut noch loben
die Figuren meißelten aus hartem Stein
übern Kellereingang zum edlen Wein
die Steine brachten zum Häuser bauen
wo stolz noch heut empor wir schauen
die Schiefer brachen, weit draußen im
Tal
um Dächer zu decken überall
wo repräsentative Bauten erstellt
sie waren berühmt in der ganzen Welt
er wurde Leder gegerbt und Lohe geschält
die Rodheck gehackt, das Scheffelland bestellt
die Holzküfer schufen kunstvolle Fässer
die Mühlen klapperten an den Gewässern
es gab Arbeit für jeden, voll Kunst und
Geist
Geräte erfunden, als Gebrauchsgüter
meist
die Arbeit war hart, das Essen deftig
kein dicker Bauch, die Muskeln kräftig
Die Arbeit draußen tat dem Körper
gut
der Cholesterinspiegel war in Ordnung im Blut
der Herzinfarkt, weitgehend unbekannt
die Zuckerkrankheit gabs nicht auf dem Land
der trockene Wein schmeckte jedem gut
hielt jung den Körper, gesund das Blut
zum Verdauen, einen Trester oder Hefebrand
ein hartes, doch gesundes Leben auf dem Land
Jetzt zieht der Schlepper seine breite Spur
die Arbeit, die macht die Hydraulik nur
aus dem Stall wruden Gästezimmer gebaut
statt Rindvieh, nicht immer ien Gast daraus
schaut
Doch im August und September, wenn die Trauen
reifen
im Oktober, wenn wir zur Leese danach greifen
dann sind die Zimmer bis zum Speicher besetzt
wenn Bauer und WInzer von der Ernte gehetzt
Doch im Sommer sie viele tausend Meilen
wie die Zugvögel nach den Süden eilen
vier Monate im Jahr die Betten belegt
die Vermieter nun die Hypothek sehr quält
Die Gewerkschaften wollen 35 Stunden Wochen
die Erzeuger sollen immer mehr malochen
damit ihr Produkt recht billig bleibt
doch die Bürokratie der EWG die Preise
hochtreibt
die Politiker entschwebt, fern aller Realität
sie denken zuerst an ihre eigene Diät
die in astronomische Höhen längst
entschwunden
zu des Erzeugers vielen harten Stunden
die zehnfache Fläche braucht man heute
schon
damit man erhält den früheren Lohn
der übrig bleibt, wenn alles bezahlt
was zur Arbeit im Glanze der Technik erstrahlt
nach 10 Jahren sind die Maschinen verschlissen
die wir alle heute noch nicht mögen missen
deren Knecht wir geworden, die Welt scheint
verkehrt
uns wurde es früher ganz anders gelehrt
die uns treiben und hetzen, wars so gedacht?
als die Neuzeit sie zu uns gebracht
sie sollten uns doch das Leben verschönen
man kann sich nur schwer daran gewöhnen
daß der Mensch zum Sklaven der Maschine
wird
eine Perversion der Technik, die die SInne
verwirrt
Computer und Atome beherrschen uns heut
wir sollten sie zügeln, daß es uns
später nicht reut
Viele Menschen mußten weichen in unserem
Ort
sie gingen zur Arbeit in die Fremde fort
weil die eingene Scholle sie nicht ernährt
ihre Arbeitskraft wurde draußen begehrt
ein blindes Glauben an Wachstum nur
verlacht die Menschen in freier Natur
die der Heimat treu verbunden
und oft sich haben arg geschunden
um Land zu kaufen, und größer zu
bauen
damit ihre Kinder fröhlicher schauen
in ihre Zukunft hier im Tal
wenn auch ihr Einkommen oft war schmal
denn die Industrie hatte absoluten Vorrang im
Land
es wurde gebaut auf Wiesen auf Sand
der Konsum, der wurde angeheizt
mit Werbesprüchen nicht gegeizt
jetzt kommt das böse Erwachen mit Macht
in vielen Städten wird es Nacht
wenn in den Hallen die Lichter gehn aus
man lebte zu leicht in Saus und Braus
Dochzurück zur Natur, im Märzen geschwind
über die Winterstoppeln weht der Wind
der scharf, damit der Boden bereit
zum pflügen und säen in der frühen
Zeit
des Märzen, wenn der Bauer angespannt
siene Dieselpferde fahren übers Land
wenn der Winzer seine Weinberge schneidet und
düngt
damit ein köstlicher Wein im Herbst gelingt |