Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Der April

Der April stellt sich vor, wie eine Diva der Kunst
sein Wetter ist oftmals sehr verhundzt
mit böigen Schauern, stellt er sich vor 
im Weinberg draußen, der Wind pfeift ums Ohr

doch am gleichen Tage auch die Sonne scheint
die es oftmals jetzt schon gut mit uns meint
die Knospen schwellen im lauen Wind
doch sie verkriechen sich schnell über Nacht geschwind

wenn der Himmel klar, und der Frost wieder kommt
der jetzt im April uns gar nicht frommt
so launenhaft und unbestimmt
dreht sich das Wetter wie der WInd

es zeigt uns an der Kirchturmshahn
der oft sich dreht, woher der Wind nun kam
so launisch, wie sich zeigt nun die Natur
so unberechenbar ist die Konjunktur

ganz tief im Keller, wo sonst nur edler Wein
ist die Wirtschaftsstruktur mit Schmerzen und Pein
Millionen arbeitslos, mit Sorgen und Not
die Betriebe zerbrechen, die Maschinen tot

man soll investieren, doch dazu braucht man Geld
doch staatliche Hilfen nur der Große erhält
viel ernste Gesichter sieht man heuer
gefüllt sind zwar Keller und Scheuer

doch wer kauft den vielen edlen Wein
die Großkellereien führen ihre Weine ein
aus südlichen Ländern überschwemmen sie uns hier
viel schlimmer noch als Schnaps und Bier

unsere Winzer müssen siche hier in den Hängen plagen
und oft dem gerechten Lohn entsagen
es schlag der Blitz doch einmal drein
in dieses Meer von südlichen Wein

sogar der Leiter von deren Weinbauamt
ist in der ganzen Grafschaft bekannt
als Kneipenwirt bedient er hier
die Gäste froh mit Schnaps und Bier

Loretta nahm den Bischof einst gefangen
als er ihr Volk versetzt in Bangen
bedenkt, die Gedunld ist bald vorbei
es kann geschehen, eins zwei drei

Ansonsten ist der Winzer von seinem Naturell
an sich doch ein sehr fröhlicher Gesell
die Fröhlichkeit, die steckt im Wein
dem eingefangenen Sonnenschein

doch jetzt, wenn auch das Klima rauh
eilt er geschwind, mit seiner Frau
in die Weinberge um zu binden und zu schneiden
sie sind dabei nicht zu beneiden

doch mach wärmender Schluck aud dem steinernen Krug
nicht des Guten zuviel, doch stets genug
um die Kälte aus den klammen Fingern zu vertreiben
damit Messer und Schere besser gleiten.

Doch an den Abenden in der Winter- und Frühjahrszeit
da wird auch gepflegt die  Geselligkeit
da wird geprobt, musiziert und gesungen
auf den Familienabenden dargebrungen

wir haben viele Künstler in unserem Ort
ab als Solisten oder im Chor, sie fahren fort
den Ruf unseres Ortes hinauszutragen
daß die Gäste kommen zum "Wohlbehagen"

derweil im Keller der Wein nun reift
man gerne zum probieren danach greift
das Reifen des Weines wird durchdiskutiert
und froh, jedoch kritisch man den "Neuen" probiert

denn der edle Wein schenkt Freud und Kraft
Dein feurig Blut, Dein Lebenssaft
wird angeregt, er hält Dich jung
der hält Dein Geist und Leib in Schwung

Flinke Frauenhände biegen nun kunstvoll die Reben
damit sie reiche Ernte geben
so geht auch diese Arbeit vorbei
und man freut sich auf den Wonnemonat Mai !

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© by Emil Niehusmann Feb. 2006