| Der Juli
Der Juli ist als Ferienmonat bekannt
in unserem deutschen Vaterland
doch auch die Nachbarn in den westlichen
Landen
ihre Termine zeitgleich mit uns halten
das Chaos ist so vorprogrammiert
denn was auf den Straßen oft passiert
erinnert mich an eine große Schlacht
wenn viel Material zusammenkracht
Win jeder will der erste sein
in den sonnigen Süden, oder an den
Rhein
auch an den schönen Moselstrand
gar mancher seine zweite Heimant fand
es wird gerast, es wird geflitzt
eine kleine Lücke ausstibitzt
wenn ein Lindwurm aus Blech unendlich
lang
den Vater in die Knie zwang
wenn er schon Stunden sitzt am Steuer
den Kindern ist es nicht geheuer
sie quängeln, streiten, wollen raus
aus dem engen Rücksitz, der ein Graus
wenn Koffer und Taschen sie noch beengen
dazwischen sie sich mußten zwängen
das Dachgepäck im Winde flattert
der Motor säuft ab, der Auspuff knattert
ein neuer müßte eigentlich her
doch die Urlaubskasse ist nicht so schwer
daß man sie damit noch belasten
sollen
denn ans ferne frene Meer sie wollen
In Deuztschland bleiben, Ihr lieben Leute
ich bitte Euch, wer tut denn dies noch
heute
man muß den Nachbarn doch imponieren
eine fremde Kultur wollen wir studieren
Die Mutter muß ans Steuer nun
die sonst kaum fährt, was will sie
tun?
den Wagen bis zum Dach beladen
werden sie von der Sonne fast gebraten
in langer Schlange, fast im Schritt
schwimmt sie in der großen Menge
mit
und kommt sie endlich dann zum Ziel
haben sie erlebt bereits schon viel
Am Alpenpaß, der Motor heiß
die Mutter wird vor Schreck ganz wiß
der Nachbar leiht einen Keilriemen aus
und wechselt ihn geschickt schnell aus
der Zll wills wissen heut genau
er flucht der Papa, stöhnt die Frau
als alle Koffer sind durchwühlt
in jedes Teil hineingefühlt
die Kinder murren, sind gereizt
der Papa mit Süßigkeiten geizt
sie haben Durst, bekommen Wein
danach schlafen sie von selber ein
sie geben Ruhe bis zum Ziel
zwanzig Stunden sind doch etwas viel
erschöpft und erschlagen sinken sie
nieder
und strecken aus die müden Glieder
Auf der Straße in den Orient
ist noch harmlos dies, denn wer sie kennt
der weiß von gruselligen Geschichten
wenn er gut heimkommt zu berichten
ein riesiger Gastarbeitertreck
mit Bergen von Geräten als Gepäck
mit Autos voll von ganzen Sippen
und verwgen Grinsen auf den Lippen
so fahren sie nach Istanbul
über Deutschlands Straßen,
durchs schöne Tirol
der Weg ist weit voller Abendteuer
am Wegrand lauert manch Ungeheuer
jedoch in menschlicher Gestalt
wenn aus dem Gebüsch ein Gewehrschuß
knallt
dann gib kräftig Gas und schnell
hinweg
sonst ist das Geld und das Leben weg
Wie schön ists doch im Land zu bleiben
den Urlaub hier sich zu vertreiben
an dem Ostsee- oder dem Nordseestrand
ganz besonders im herrlichen Moselland
im Haarz, am Bodenseem oder im Sauerland
in Bayern, oder im herben Westerwald
im Hunsrück, der Eifel, oder dem
Pfälzerwald
und immer wieder am Moselstrand
am schönen Rhein, im Odenwald
gar mancher schon sein Glück dort
fand
in Österreich und in Tirol
fühlen wir uns ebenfalls sehr wohl
nach Belgien und Holland fahren wir sehr
gern
die auch zu uns nicht haben fern
auch Frankreich ist ein schönes Ziel
sie kommen leider wenig zu uns hier hin
auch in den Städten an der Ruhr
hat man begrühnt die mißhandelte
Natur
zu den deutschen Bädern, den heilsamen
Quellen
kann man den Urlaubsplan erstellen
selbst auf Balkonien fühlt man sich
sehr wohl
in den Schrebergärten, die ganz schön
voll
jedoch der Winzer muß noch passen
ein Weinberg hat ihm noch keine Zeit gelassen
er pflügt und hackt, er spritzt und
düngt
er bindet auf, freut sich beschwingt
denn seine Zeit wird auch noch kommen
für seine Gäste hat er sich
Zeit genommen
denn nicht nur aus Arbeit besteht das Leben
daß im wesentlichen doch ist Geben
und Nehmen
drum erhebt die Gläser und schenkt
ein
einen herrlichen, perlenden, funkelnden
Wein
In Weinlanden wird am meisten Qualitätswein
getrunken
man hebt das Glas und prüft, ohne
die Nase zu tunken
man schlürft und genießt ihn
und freut sich des Lebens
wenn man dies noch kann, lebt man nicht
vergebens
wir wollen ihn genießen und er wird
uns erfreuen
und am nächsten Tag gewiß nicht
reuen
drum kehret ein, seid unser Gast
zum Moselurlaub der jedem paßt |