Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Der August

Im August, da müssen die Trauben kochen
soll edler Wein in den Fässern pochen
wenn er zur Gärung in den Keller rauscht
dieser Musik der Winzer mit Andacht lauscht

jetzt beginnt die Zeir der Heimatfeste
es freuen sich Winzer, wie auch Gäste
wenn die Weinproben werden zusammengestellt
von  höchster Qualitat, und wenig Geld

ob in den Winzerhöfen, oder der Genossenschaft
kredenzt man Weine von höchster Pracht
mit Geschmacksstoffen, die so ausgewogen
daß Laien und Kenner sie gleichfalls loben

kredenzt werden im Festzelt die besten Weine
sie funkeln im Glase wie Edelsteine
sie durften, daß die Nase verwöhnt
ein herrlicher Wein das Leben verschönt

dies ist Kultur seit der Römerzeit
hier waren die Menschen stets bereit
nach des Jahres harten, schweren Tagen
beim großen Feste sich nun zu laben

beim guten Essen, beim Wein und Gesang
der fröhlich aus dem festlichen Zelte klang
wenn die Mandolinen klingen
wenn die Chöre singen

wenn die Geigen jubeln
im weilseeligen Trubel
die Bässe brummen
die Begleiter summen

die Klarinetten tirilieren
zum Tanze verführen
die Trompeten schmettern
die Trommeln wettern

Sie fragen, soll dies denn alles sein?
in Enkirch, beim besten Moselwein!

Die Chöre, die sind aus unserem Ort
das Mandolinenorchester trägt seinen Ruf weit fort
Als Garant für Kunst und Stimmung beim Wein
ist mit Sicherheit unserer Enkircher Musikverein

die Trachtengruppe singt weinseelige Lieder
daß noch mal jung werden die reifen Gemüter
sie tanzen Tänze aus uralter Zeit
in schmucker Tracht, im festlichen Kleid

Prinzessinnen und Weinkönigin werden ausgewählt
dem begeisterten Publikum vorgestellt
sie haben viel Wissen von der Arbeit beim Wein
liebreizend, strahlend, voll Sonnenschein

die Proben werden von Kennern gelenkt
mit launigen Sprüchen, eh mans bedenkt
sie haben viel Wissen mit Leichtigkeit beigebracht
in fröhlichem Rahmen, eh man bedacht

die Mädels voll Liebreiz und strahlenden Augen
die Burschen voll Kraft, daß sie im Leben etwas taugen
die Mosellander sind schon eine besondere Rasse
ein Volk voll Fröhlichkeit, eine Sonderklasse.

Jahrhunderte alter Lebenskultur
sehr heimatverbunden, in herrlicher Flur
die Fröhlichkeit, die steckt im Wein
dem eingefangenen Sonnenschein

und sollte die Sonne einmal nicht scheinen
so braucht man darüber doch nicht zu weinen
man hat dann viel Muße den Wein zu genießen
in vielen Variationenen wird er geprießen

als trockenen Wein trinkt man ihn zum Essen
mann schürft und genießt ihn, die Zeit wird vergessen
die der Koch nun einmal braucht, um alles frisch zu bereiten
und die Kellnerin, um es auf dem Tisch auszubreiten

denn Unruhe, Hast und Hektikkeit
ist der Feind des genießenden Menschen in der heutigen Zeit
daum laßt es dazu doch lieber nicht kommen
viel lieber sollte man dem Weine frommen

denn: sitzt man mit Freunden, um zu bechern den Wein
dies kann auch ruhig bei Familienfeiern sein
so trinkt man ihn, um allen gerecht zu werden
denn es gibt ja soviele Geschmäcker auf Erden

ab besten als Kabinett, mit leichter Eleganz
der doch noch am Ende einen fruchtigen Schwanz
man kann dann feiern bis in den frühen Morgen
und vergessen die ganzen Alltagssorgen

Zu einem spritzigen, herrlichen Spätlesewein
da lädt man am besten seine Freundin ein
auch wenn sie es schon sehr lange ist
und man sie inzwischen als Ehefrau küßt

man kann dann diese beiden Spätlesen zusammen vergleichen
die Spätlese Wein, und die Spätlese Frauen können die
Hände sich reichen:
schön rund, und voll, im Ausdruck raffiniert
voll Geheimnissen und behutsam, daß ja nichts passiert

jedoch voller Glut und voller Feuer
in der Lagerhaltung und Preis, angemessen teuer
ausgeglichene Eleganz, ohne Verdruß
jede Stunde zusammen, ein echter Genuß!

Die Auslese ist ein sehr seltener Wein
sich wächst nicht jedes Jahrt im Schiefergestein
und nur in den allerbesten Lagen
wächst sie heran zu unserem Behagen

sie ist fruchtig, und wuchtig, ein besonderer Tropfen
im Übermaß genossen, kanns Herz schon mal klopfen

wir lassen den Wein in inseren Kellern reifen
es ist nun seht leicht,  danach zu greifen
doch viel Müh und Arbeit steckt darin
eh er erfreut des Menschen Sinn

die Weine soll man nicht wie Wasser gießen
in durstige Kehlen, denn zum genießen
man seine Sinne konzentriert
und nun wohlan, den Wein probiert!

Dies will die Weinprobe Euch Allen sagen
dann schenkt sie Genuß und Wohlbehagen
das Leben kann so schön doch sein
mit einem Mägdelein, und edlem, reifen Wein!

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© by Emil Niehusmann Feb. 2006