Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Der Oktober

Im Oktober reifen die Trauben aus,
und warten, bis man sie holt nach Haus
der Oktober wird auch der goldene genannt
unter diesem Namen ist er seht bekannt

Herbstliches Laub schmückt dann unsere Wälder
die Tage werden kürzer, die Temperaturen kälter
jedoch die Wienstocks Frucht noch reift
eh man zur Lese danach greift

denn flinke Hände helfen mit
zu füllen manche Trauenbütt
viel froh Gesichter sieht man schon
denn man erntet ja des Jahres Lohn

eh es dunkel wird, mit vollem Wagen
was wird der Nachbar dazu sagen?
voll Stolz man dann nach Hause fährt
und edle Frucht in die Kelter leert

Die Arbeit des Abends weiter geht
der Winzer sich im Kelterhaus regt
auf Qualität prüft er den Most
ob er auch später etwas Kost?

wenn er gereift und abgefüllt
Genuß und Durst der Gäste stillt
die ihn dann preisen und auch loben
Dank sei dem Schöpfer auch dort droben

Ist dann die Ernte ganz eingebracht
im Keller die Gärung voll entfacht
die Fässer gluckern und rufen komm, komm
so eilt man hinzu um zu kosten davon

Denn der Federweiße ist ein sehr herrlicher Wein
im irdenen Becher schmeckt er sehr fein
er fördert die Verdauung und reinigt das Blut
ist voller Leben und Übernut

doch Vorsicht, wenn er im Übermaß genossen
gar mancher hätte im Bett schon seine Frau erschossen
wenn jeder Knall eine Kugel wär
doch die entweichenden Gase, sie riechen nur seht

Doch am besten schmeckt der Wein im nächsten Jahr
auf der Flasche gelagert, so duftend klar
so würzig und bekömmlich, so vollmundig rein
was kann außer Liebe noch schöner sein?

An den Wochenenden heißt es an der Mosel "Horrido"
die Gästeschar ist jung und lebensfroh
zumindest fühlen sie sich so hiernieden
beim Wein ist noch jeder jung geblieben

Zur Musik wird fröhlich das Tanzbein geschwungen
es wird gelacht, jeküßt und gesungen
es wird gekegelt, alle Neune gebrüllt
derweil der Wirt den Durst schnell stillt

doch auch geruhsame Stunden kann man dann erleben
in lauschigen Stuben, dem Weine ergeben
man wandert im Wald, der Mosel Auen
ihr Strand ist immer schon anzuschauen

Durch die herrlichen Weinberge über die Kirster Höhen
läßt es sich gemütlich nach Starkenburg gehen
die Gräfin Loretta,  die thronte hier oben
die herrlichste Aussicht noch heut alle loben

die hier her kommen, um den Blick zu genießen
denn schön liegt Mosella hier zu Füßen
sie lädt DIch ein zu Gast zu sein
an der Mosel und ihrem herrlichen Wein

Auch in Starkenburg ist man gerne zu Gast
hier mach bei der Wanderung jeder Rast
denn gutes Essen und edler Wein
soll stets des Wanderers Begleiter sein

zur Grevenburg hin wandert man weiter
die herrliche Ausssicht, der Wegbelgeiter
das zwitschern der Vögel in Busch und Baum
ein Stück Paradies, ein Lebenstraum

Eine längere Rast in Traben -Trarbach lohnt
die kondition wird dabei nicht immer geschont
denn Weinschänken und WInzerhöfe laden ein
zum Kennernlernen, zum Glückseeligsein.

Die nächste Etappe über den Berg hinführt
nach Bernkastel - Kues, daß ein jeder berührt
der von der Mosel spricht in allen Landen
Millionen schon den Weg herfanden

mit Nikolaus von Cues, ein weiser Mann
sein Ruf in ferne Welten drang
sein Geburtshaus hat man restauriert
ins Heimatmuseum der Weg gerne führt

wo der Landkreis die Geräte zusammengetragen
mit denen sich die Winzer in den Weinbergen plagen
aus grauer Vorzeit stammen sie zumeist
als Erinnerung und Mahnung an der WInzer Geist

die aufopferungsvoll im steilen Hang
sich quälten ein ganzes Leben lang
mit riesigem Aufwand, finanzieller Art
es wurde an der Gestaltung nicht gespart,

wurde dieses Museum zum Kleinod gemacht
für die kleinen Orte jedoch wurde es Nacht
für das Heimatmuseum in Enkirch, keine müde Mark
dafür macht sich kein Großkopfete mehr stark

Doch der Besuch in Enkirch ist immer zu empfehlen
obwohl sehr dringend die Finanzen fehlen
mit liebevollem EInsatz, zu Opfern bereit
sorgen hier die Bürger, daß die SOnne drin scheint

im alten Gemäuer ist es untergebracht
in Balken aus Eichen, schwarz wie die Nacht
doch viel älter als das Haus sind die Zeugen der Zeit
aus Enkirchs Vergangenheit, für die Ewigkeit!

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© by Emil Niehusmann Feb. 2006