Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Novembergedanken 1982

Regenverhangen die Fenster sind
draußen in den Gassen peitsche der Wind
das letzte Blatt er von den Bäumen weht
launig und herrisch der Wind sich dreht

weht von den Dächern den morschen Stein
Blumentöpfe stimmen in den Reigen ein
lösen sich von den Fenstern Halt
künden an, der Winter kommt bald

Der Sturm auch kräuselt des FLusses Wellen
streunende Hunde den Wind verbellen
der den letzten Angler nach Hause treibt
am Warmen Ofen er sitzen bleibt

dort streckt er die müden Glieder aus
jetzt ist man gern im schützenden  Haus
wo warm und geborgen beim Weine man verweilt
wenn draußen der Sturm um die Ecken keilt

der Hund rollt sich zu den Füßen aus
auch er schätzt die Geborgenheit im Haus
der sonst doch so gerne im Garten tollt
und keifend und bellend dem Postboten grollt

die Katze kommt schnurrend auf Samtpfoten an
und schmeichelt den ruhenden und friedlichen Mann
als Sinnbild des Weibes kann sie gefallen
mal schnurrt sie auf Samtpfoten, mal zeigt die die Krallen

drunten im Tal es erträglich erscheint
derweil der Sturm in den Bäumen heult
die droben auf der Höhe zu Wäldern vereint
das Reh und Häslein im Sturmtoben weint

er heult über Fluren und Auen mit Macht
während der Morsche Baum zusammenkracht
dier es jahrhundertelang den Gewalten gezeigt
und nunmehr doch seine Krone neigt

zur Erde hin, woher er gekommen
der Schöpfer hat ihn zurückgenommen
zur Erde, wo alles Leben her sprießt
er macht Platz für einen Neuen, der das Licht nun genießt

so gehts auch den Menschen hier auf Erden
die vielfach groß und größer werden
die einherschreiten, glitzernd und schillernd im Getümmel
doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Doch auch im Wasser das Leben sprießt
ob im salzigen Meer, oder im Flusse süß
es die Keimzelle vielfältigen Leben ist
der Mensch es erntet und seine Schätze genießt

auf dem Meer ist jetzt eine höllische Zeit
der Sturm hoch oben in den Masten schreit
die Schiffe, die stolz die See überwinden
und nicht immer den vorbestimmten Hafen finden.

Wenn Gott Neptun in der Tiefe grollt
und erbarmungslos seinen Tribut nun zollt
und ihn auch erhält, trotz der Menschheit Geist
wenn er sein Opfer in die Tiefe reißt

was sind wir Menschen doch so klein
wir planen vor, wir fädeln ein
jedoch in der Natur mit den Urgewalten
des Menschen Geist im Nichts verhallten

wir sollten dies doch stets bedenken
uns miteinander Freude schenken
und in des Novembers trüben Tagen
stets nette Worte fröhlich sagen

wenngleich wir unserer Toten dedenken
und ihren Gräbern Grünes schenken
sie stets in unseren Herzen halten
über Allem wird Gottvater walten.

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© by Emil Niehusmann Feb. 2006