| Novembergedanken 1982
Regenverhangen die Fenster sind
draußen in den Gassen peitsche der
Wind
das letzte Blatt er von den Bäumen
weht
launig und herrisch der Wind sich dreht
weht von den Dächern den morschen
Stein
Blumentöpfe stimmen in den Reigen
ein
lösen sich von den Fenstern Halt
künden an, der Winter kommt bald
Der Sturm auch kräuselt des FLusses
Wellen
streunende Hunde den Wind verbellen
der den letzten Angler nach Hause treibt
am Warmen Ofen er sitzen bleibt
dort streckt er die müden Glieder
aus
jetzt ist man gern im schützenden
Haus
wo warm und geborgen beim Weine man verweilt
wenn draußen der Sturm um die Ecken
keilt
der Hund rollt sich zu den Füßen
aus
auch er schätzt die Geborgenheit
im Haus
der sonst doch so gerne im Garten tollt
und keifend und bellend dem Postboten
grollt
die Katze kommt schnurrend auf Samtpfoten
an
und schmeichelt den ruhenden und friedlichen
Mann
als Sinnbild des Weibes kann sie gefallen
mal schnurrt sie auf Samtpfoten, mal zeigt
die die Krallen
drunten im Tal es erträglich erscheint
derweil der Sturm in den Bäumen heult
die droben auf der Höhe zu Wäldern
vereint
das Reh und Häslein im Sturmtoben
weint
er heult über Fluren und Auen mit
Macht
während der Morsche Baum zusammenkracht
dier es jahrhundertelang den Gewalten
gezeigt
und nunmehr doch seine Krone neigt
zur Erde hin, woher er gekommen
der Schöpfer hat ihn zurückgenommen
zur Erde, wo alles Leben her sprießt
er macht Platz für einen Neuen, der
das Licht nun genießt
so gehts auch den Menschen hier auf Erden
die vielfach groß und größer
werden
die einherschreiten, glitzernd und schillernd
im Getümmel
doch die Bäume wachsen nicht in den
Himmel
Doch auch im Wasser das Leben sprießt
ob im salzigen Meer, oder im Flusse süß
es die Keimzelle vielfältigen Leben
ist
der Mensch es erntet und seine Schätze
genießt
auf dem Meer ist jetzt eine höllische
Zeit
der Sturm hoch oben in den Masten schreit
die Schiffe, die stolz die See überwinden
und nicht immer den vorbestimmten Hafen
finden.
Wenn Gott Neptun in der Tiefe grollt
und erbarmungslos seinen Tribut nun zollt
und ihn auch erhält, trotz der Menschheit
Geist
wenn er sein Opfer in die Tiefe reißt
was sind wir Menschen doch so klein
wir planen vor, wir fädeln ein
jedoch in der Natur mit den Urgewalten
des Menschen Geist im Nichts verhallten
wir sollten dies doch stets bedenken
uns miteinander Freude schenken
und in des Novembers trüben Tagen
stets nette Worte fröhlich sagen
wenngleich wir unserer Toten dedenken
und ihren Gräbern Grünes schenken
sie stets in unseren Herzen halten
über Allem wird Gottvater walten. |