Heinz Schütz sen.
19.02.1932 - 29.01.2004
Gedanken im Dezember

Die Nächte kühl, oft sternenklar
die Kälte kommt ins Haus fürwahr
sie schleicht sich ein mit leisen Schritten
da hilft auch nicht der Menschen Bitten
daß sie doch einfach draußen bleibe
der Wunsch stößt nicht auf Gegenliebe

mit  kühlem Nebel es beginnt
der von den Höhen in die Täler rinnt
der sich verbreitet allenthalben
schon lange fort sind auch die Schwalben
der frohes SIngen nun verweißt
derweil der Frost die Landschaft eist.

die Stäucher gehn in den WInterschlaf
viel Wolle bekommen Bock und Schaf
der Schäfer schlüpft in den warmen Pelz
sie ducken sich an den schützenden Fels
der den kalten Nordwind von ihnen hält
die Kreatur friert auf der Welt

der Fuchs versteckt sich in seinem Bau
in dichten Dornen grunzt die Sau
von der Höhe sie in die Täler zieht
zur Buchenmast sie gern hinflieht
dort wird sie mit ihren Jungen satt
und grunzt behaglich im trockenen Blatt
das sie als Lager aufwühlt
und suhlend und grunzend wohl sich fühlt

die Jäger erwarten den ersten Schnee
zu finden die Spuren von Sau und Reh
zu blasen zur Hatz auf dieses Wild
die zum Abschuß freigegeben sind

ein teurer Sport, ein schöner auch
der Regeln hat nach altem Brauch
die Munition in vielen Flaschen
stopft der Jäger gern in seine Taschen

am Abend wird die Strecke verblasen
die Treiber bitten auch zur Kassen
sie tragen ja des Tages Last
laufen durchs Gelände, bücken sich unterm Ast
der ihnen den Weg versperrt hindurch
lauf rufend man den Busch durdchfurcht
treibt so das WIld zum Jäger hin
der erwartungsvoll die Trophäe im Sinn

doch nicht jeder Schuß ein Treffer ist
das Wild seine Chance nicht vergißt
nach viel Getöse, laut Geknall
kaum jemanden ein guter Schuß gelang
doch trotz allem wars ein guter Tag
wenn man dem Jägerlatein glauben mag
das am Biertisch abends wird gesponnen
man schwelgt dort froh in Abschußwonnen.

Des Mittags, wenn es wärmer wird
die WInzerfamilie in ihre Weinberge zieht
es wird geschnitten und gehackt
des Abends die Frau die Plätzchen backt
denn es kommt gar bald die Weihnachtszeit
worauf die ganze Familie sich freut

ein Hartes Jahr, ist dann vorbei
was bringt das Nächste uns aufs neu?
gibts wieder einmal volle Keller?
dann ist gefüllt der Gabenteller
oder bleiben die Fässer wieder leer?
dies schmerzt nicht nur die Winzer sehr
denn auch das Handwerk und der Handel
die spüren der Strukturen Wandel
denn die Gemeinschaft hier im Tal
lebt voneinander allzumal

doch jetzt wird der neue Wein probiert
sehr fachmännisch wird er auch studiert
ob säurearm er gut bekommt
ob auder der Gäste Lob er frommt
wenn er gereift und abgefüllt
Genuß und Durst der Genießer stillt

wir sind der Meinung, er ist gut
ist voller Leben und Übermut
als Landwein schmeckt er uns zum Essen
ganz einfach genießen, sollten wir nicht vergessen
auch als Qualitätswein er gefällt
wen blietzblank er wird vorgestellt
als Kabinett kann man ihn ohne Sorgen
genießen und zechen bis in den Morgen

die Spätlese man zu Anlässen trinkt
wenn der Liebe Glück DIr freundlich winkt
im dünnen Glas beschwingt genossen
hat Gott Amor Dir ins Herz geschossen

der Abend wird dann noch gekrönt
wenn man von der Auslese wird verwöhnt
die eine Rarität im Schieferhang
sollt reifen im Keller möglichst lang 
eh er die Sinne uns verwöhnt
dem Laster wird recht gern gefrönt
wenn eingefangener Sonnenschein
strömt tief in unsere Herzen ein

doch man soll in Maßen stehts genießen
Gott Bachus lieft dann uns zu Füßen
und nicht wir ihm, dies wär verkehrt
wenn man sich mit Massen den Kopf beschwert
Sauft nicht in Unmengen den edlen Wein
genießt ihn in Gläsern, perlend fein
laßt Duft und Würze in die Nasen steigen
und köstliche Farbe dem Auge zeigen

dazu die Gläser Froh erklingen
und weinselige Lieder singen
Geschmack und Fülle kennend schlürfen
was Kenner und Genießer allemal dürfen
so fangen wird das Wunder ein
Gottes eingefangener Sonnenschein

der nun die Herzen uns beschwingt
wenns Weihnachtsglöckcchen draußen klingt
auchs Christkind lade dazu ein
es schätzt gewiß einen guten Wein
der mit frommen Wünschen wird geschenkt
daß man noch lange daran denkt

wie so ein Wein verschönt die Welt
und sich nicht alles dreht ums Geld
das dieses Fest doch sehr belastet
da nach alten Brauch nicht wird gefastet
sondern geschlemmt nach Herzenslust
und weggewischt der Alltagsfrust

damit der Köroer es verkraftet
daß es der Magen auch versaftet
einen trockenen Riesling trinkt man dazu
er gut verdaut, gibt der Magen Ruh
erhöht damit das Wohlbefinden
denn Wein ist Arzenei wir herrlich finden

schon die alten Römer wußten dies
pflanzten Reben hier als Paradies
ein Volk von Lebensfreude und Kultur
wir Mosellaner verbesserten die Stuktur
drum preis ich Euch den Moselwein
der Freude schafft, und lindert Pein

der Lebensqualität Euch schenkt
der Frohsinn schafft, drum Leut bedenkt
legt einen Vorrat davon an
für Freund, Partner, Frau und Mann
der gesund erhält, wenn man maßvoll kneipt
es dankt die auch das liebe Weib
der an des Dezembers trüben Tagen
schenkt Sonnenschein und Wohlbehagen

06.12.1982

 
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© by Emil Niehusmann Feb. 2006