Die Mikroorganismen im Boden
Mikro = klein, Organismen = Lebewesen.
Mikroorganismen sind Kleinlebewesen. Es
sind Pflanzen. 1 g. Boden enthält 50-100 Millionen Lebewesen. Sie
zersetzen Pflanzen und Tierreste. Pflanzenreste = Torf, Stallmist, Stroh
usw.. Dadurch entsteht ein Gas: Kohlensäure. Dieses Gas dehnt sich
aus, dringt in die Hohlräume des Bodens und lockert ihn. Dadurch hält
der Boden Wasser fest. Dadurch entsteht eine gute Nährstoffversorgung
und die warme Luft des Tages wird gespeichert. Ohne Luft ersticken die
Lebewesen des Bodens. Darum Bodenlockerung. Sie verarbeiten bestimmte Mineraldünger
so, daß diese vom Stock aufgenommen werden. Sie ernähren sich
von Tierresten und Pflanzen. Darum führen wir dem Weinberg Humus zu.
Bodenbearbeitung während
eines Jahres.
1)Winterbodenbearbeitung:
Zupflügen der Reben vor Einbruch
des Winters
a) Schutz der Veredelungsstelle (Pfroprebe)
vor Frost. Von Bedeutung bei Junganlagen.
b) Erzielung der Frostgare durch druchfrieren
des Bodens. Vorwiegend bei schweren Böden. Bei Schieferböden
weniger von Bedeutung.
c) Unkrautbekämpfung
d) Vernichtung von Krankheitserreger durch
Unterpflügen des Laubes (z.B. Roter Brenner)
2) Frühjahrsbodenbearbeitung:
Flache Bodenbearbeitung
a) verminderung der Wasserdünstung
durch zerstören der Haarröhrchen.
Haarröhrchen sind intakt, wenn der Boden
zusammengepreßt ist.
b) Duchlüftung des Bodens
c) Bereitschaft zur Wasseraufnahme
3) Sommerbearbeitung:
sehr flach (Rühren)
a) Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit durch
zerstörten der Haarröhrchen.
b) Auflockerung des Bodens damit Wasser
und Nährstoffe (Sommerdüngung) besser eindringen können.
Die Boden der deutschen
Weinbaugebiete
Mosel-Saar-Ruwer-Mittelrhein:
Devon-Schiefer (Devon = Erdzeitalter 300
Millionen Jahre)
Mittelmosel auch Tonschiefer, bei Trier
Keuperböden.
Nahe:
Schiefer, Sandstein, Löß, Lehm,
Ton.
Rheingau:
Sandige, lehmige, tonige Böden, Schiefer,
Lösgemisch.
Rheinhessen:
Löß und Mergel.
Rheinpfalz:
Sand, Kies, Keuper, Letten.
Franken:
Muschel, Kalk, Keuper, Bundsandstein.
Württemberg:
Keuper, Löß, Buzndsandstein.
Baden:
Löß, Lehm, Mergel, Ton, Vulkan,
Keuper, Biundsandstein.
Die Bodenarten
Oberboden: Bearbeitungsboden,
Pflugtiefe 30 cm, gelockert, Wasserhaltig, Wasserspeicher, Nährstifhaltig,
kaum Wurzelwuchs.
Unterboden: 30-60-80-100cm
tief, Hauptwurzelbereich, Vorratsdüngung.
Untergrund: Bei Schiefer
oft noch Wasserlieferant.
Schieferboden
Schiefer ist zu Stein gewordener Schlamm
(Druck). Bester Schiefer= Devon-Schiefer (Devon = Erdzeitalter). kann 60
% bis 70 % Stein enthalten.
Vorteile:Verhindert Unkrautwuchs,
speichert die Wärme, gibt sie in der Nacht ab, erleichtert die Bodenarbeit.
Nachteile: hält das
Wasser nicht fest, erfordert eine starke Humusversorgung (Torf, Stallmist,
usw.), Nährstoffarm. Auswaschungsgefahr, Nährstoffe werden schnell
aus dem Hauptwurzelbereich nach unten transportiert.
Die Bodenpflege (Bodenbearbeitung)
Der Boden ist das wichtigste Kapital des
Winzers. Die Erhaltung und Förderung seiner Fruchtbarkeit dient der
Existenzsicherung der Betriebe. Die Bodenpflege gehört daher zu den
wichtigsten Aufgaben des Winzers.
Der Weinbauboden unterliegt einer
besonders hohen Beanspruchung:
a) der Weinbergsboden ist fast immer unbedeckt
und daher ungeschützt den Umwelteinflüssen ausgesetzt.
b) in Hanglagen unterliegt der Boden einer
ständigen Erosion (Bodenabtragung) und damit einem ständigen
Feinerdeverlust.
c) Bei den Arbeiten im Weinberg wird der
Boden durch Begehen und Befahren ständig verdichtet.
d) da die Rebe eine Mopnokultur
ist, wird der Boden einseitig beansprucht.
Bei der Bodenbearbeitung unterscheiden
wir:
a) mechanische Bodenbearbeitung
b) biologische Bodenbearbeitung
c) chemische Bodenbearbeitung
Die mechanische Bodenbearbeitung erfolgt
durch die Bodenbearbeitungsgeräte. Zur biologischen Bodenbearbeitung
gehört die Bodenabdeckung mit Stroh und Gründüngung. Bei
der chemischen Bodenbearbeitung werden Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide)
verwendet.
Die mechanische Bodenbearbeitung besteht
aus der Bodenlockerung. Die Böden bleiben nicht immer aufgelockert.
Sie werden wieder fest durch:
a)Regen: Besonders der Schlagregen
bewirkt eine Bodenverdichtung, die Hohlräume im Boden werden zugeschlämmt.
b) Weinbergsarbeiten: Dadurch wird
der Boden festgetreten und festgefahren (besonders bei Nässe).
c) eigenes Gewicht des Bodens:
führt ebenfalls zur Bodenverdichtung.
Zweck der Bodenlockerung
a) Durchlüftung des Bodens:
Wurzeln und Kleinlebewesen brauchen Luft.
Luftmangel stört das Pflanzenwachstum (Clorose = Gelbsucht>). Lockere
Böden nehmen Wärme auf.
b) Regulierung des Wasserhaushaltes:
Lockere Böden nehmen viel Wasser
auf. Es gelangt schnell zu den Wurzeln.
Die mechanische Bodenbearbeitung wird
ergänzt durch die Humusversorgung (Stallmist, Torf u.a.), durch die
Mineraldüngung und andere Bodenverbesserungsmaßnahmen.
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Bodenbearbeitung im Direktzug: Schmalspurtraktor
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Die Weinberge des Sponheimer Hofes, können,
Dank der Flurbereinigung Anfang der 70er
Jahre, bis zu 80 % der Fläche im
Direktzug bearbeitet werden.
Dies ist eine große Arbeitserleichterung,
denn die Bodenbearbeitung kann mit einem Schmalspurtraktor doch wesentlich
leichter und schneller durchgeführt werden.
Die Bilder zeigen den Traktor beim Rebenheckseln.
Mit dem Traktor kann der Boden auch aufgeruppert werden, er kann gefräst
werden und die Kräter und Pflazen können gemulcht werden.
Steigungen bis zu 60 % können mit
dem kleinen Gefährt überwunden werden. |
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Unkrautbekämpfung
Die Bekämpfung des Unkrautes erfolgt
in unserem Betrieb durch 2 Maßnahmen:
1) Unterpflügen des Unkrautes (Siehe
oben Pflügen)
2) Mähen des Unkrautes
mit einem Freischneider wird das Unkraut
abgeschnitten und verrotten lassen. Dieser Vorgang wird 2 bis 3 mal im
Jahr wiederholt und gegen Ende des Jahres wird der Weinberg gepflügt.
Auf diese Art und Weise wird auch wieder zusätzlicher Humus für
den Weinberg eingebracht. Abgeschnitten wird das Unkraut mit einem Plastikfaden,
der dem Stock keine Verletzungen beibringen kann.
Mit diesen Maßnahmen, können
wir in unserem Betrieb seit über 15 Jahren bereits auf entsprechende
Unkrautvernichtungsspritzmittel verzichten.
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