a) Spätfrost:
hat sich verspätet, tritt im Frühjahr
auf "Eisheiligen"
ab 11.Mai (Pankratius, Bonifatius, Servaatius),
Mitte Mai "Kalte Sofie".
b) Frühfrost:
hat sich verfrüht, tritt im Herbst
auf, unreife Trauben werden geschädigt,
(noch keine 50 Öchsle), "Frostgeschmack"
Frostarten des Spätfrostes:
a) WIndfrost:
Plötzlicher EInbruch klarer Luftmasen,
geschädigt werden oft Weinberge, die nicht zu den bekannten Frostlagen
gehören.
b) Strahlungsfrost:
Warme Luft wird nach oben abgestrahlt,
kalte Luft fällt aus höheren Luftschichten auf den Erdboden
(bis zu 10 m Höhe)
c) Stauungsfrost:
Kalte Luft fließt (wie Wasser!)
immer zu den tefsten Punkten des Geländes und staut sich dort auf
(Frostlöcher)
Auswirkungen des Spätfrostes:
Ab Temperaturen von unter 0°C gefriert
der Zellsaft. Dadurch dehnt er sich aus und zerreißt die Zellwände.
Diese Zerstörungen werden erst nach dem Auftauen des Zellsftes sichtbar.
(Blätter erscheinen wie verwelkt, werden später braun-schwarz).
Vorbeugende Maßnahmen gegen
Spätfröste:
a) Bodenbearbeitung unterlassen!
Oder bis zu 3-4 Wochen an die mutmaßlichen
Frosttage heranschieben.
b) Unkraut beseitigen, denn Unkraut erzeugt
Verdunstungskälte
Aktive Frostbekämpfung
1) Lufttrübung (Räuchern,Vernebeln)
Sie ist die einfachste Methode. Notwendig
ist Material das beim Verbrennen viel Rauch erzeugt. Dazu gehören
z.B. alte Gummireifen, Sägemahl, Torf mit Rohöl getränkt,
feuchtes Reisig, Teer usw. Der Handel bietet Nebelpatronen an. Eine Frostabwehr
ist bei diesem Verfahren bis zu - 3°C möglich. Es muß aber
völlige WIndstille herrschen. Daher ist dieses Verfahren nur für
kleine Täler oder Mulden geeignet.
2) Bewindung
a) Durch feststehenden oder fahrbares
Propellergerät wird bodennahe kalte Luft mit der darüberliegenden
wärmeren Luft gemischt. Erfolgreich nur bei nicht zu starken Frösten
und kleinen Flächen.
b)Verblasen angewärmter Luft durch
einen Weinbergsföhn. z.B. fahrbar auf einem Unimog montiert. Der Erfolg
ist etwa wie der unter a) beschriebenen Methode.
3) Beheizen
Wirksam bis zu etwa 5° unter Null.
a) Heizöfen:
mit Öl beschickt, Ofentypen sind
unterschiedlich. Vorzuziehen sind Öfen, die viel Wärme erzeugen,
rußfrei brennen und eine gleichmäßige Heizleistung bringen.
b) Freiluftbrenner:
mit Öl oder Propangas beschickt.
c) Festbrennstoffe:
z.B. "Frostkiller", bestehend aus Wachs
und Paraffinen..
Gewicht: 6 kg/Stück, 40 bis 60 Stück
beheizen 1000 m² Weinbergsfläche. Die Brenndauer beträgt
etwa 8 - 10 Stunden. DIese Festbrennstoffe können jederzeit gelöscht
werden und wieder angezündet werden.
Frostschutz durch Beregnung
Wirkung:
Die Frostschutzwirkung beruht auf der
Tatsache, daß Wasser beim Gefrieren seine Wärme (Erstarrugnswärme)
an die Umgebung abgiebt. Solange nun Wasser auf die grünen Rebteile
trifft, sinkt auch bei Frost deren Temperatur nicht unter 0°C ab. Ein
Frostschaden kann also nicht eintreten. Durch ständiges Gefrieren
des verregneten Wassers wird laufend Wärme frei, die die grünen
Rebteile während eines Frostes in einem lebensfähigen Temperaturbereich
hält. In der Praxix kommt es also darauf an, daß der Gefriervorgang
auf Blättern und Trieben durch die Zufuhr genügender Wassermengen
ohne Unterbrechung in Gang gehalten wird. Stockt die
Wasserzufuhr auch ur kurze Zeit, (Rohrbrüche, Maschinenschaden),
sind die Schäden katastrophal!
Die Beregnung schützt vor Frösten
bis etwa -7°C.
Ein Erfolg der Beregnung setzt folgendes
voraus:
a) Die Rebtriebe müssen 5 cm lang
sein, damit der junge Trieb dem Wasser eine genügende Auffangfläche
bietet.
b) Die verregnete Wassermenge darf an
keiner Stelle 2 l - 2,5 l Wasser je m² und Stunde unterschreiten.
c) Eine Umdrehung der Regner soll eine
Minute nicht überschreiten.
d) Während der Beregnung darf schwache
Luftbewegung herrschen, Bei Windgeschwindigkeiten von über 5 m/sec
bleibt die Beregnung wirkungslos. In diesem Falle ist es besser die Anlage
nicht in Betrieb zu nehmen.
Die Beregnung kann ausgeschaltet werden,
wenn die Lufttemperatur außerhalb der beregneten Weinberge +1°C
beträgt und weiter ansteigt.
Beregnungsanlagen können auch
verwendet werden:
a) Zum Verregnen flüssiger Dünger
b) Zum Verregnen von Spritzmitteln
c) Zur Bewässerung in trockenen Sommern. |