die Bogen des letzen Jahres |
wie überzählige Triebe werden entfernt |
Triebe für die neuen Bogen bleiben |
Drahtbau
alte und überzählige Triebe |
werden herausgenommen |
der Unterschied, der Linke ist fertig |
1)
Warum müssen wir die Reben schneiden?
Von
Natur aus ist die Rebe ein Rankgewächs, das an Stämmen hochklettert
und seine Triebe über den Baumkronen ausbreitet. Solche wilden Rebstöcke
bringen nur geringe Erträge und kleine saure Trauben. Durch den Schnitt
erreichen wir ausreichende Erträge, eine gute Weinqualität und
eine Stockform die arbeitstechnisch gute Möglichkeiten bietet. Der
Schnitt bedeutet aber auch einen sehr starken Eingriff in das Leben des
Stockes. Er büßt an Lebenskraft und Lebensalter ein und er wird
anfällig gegen Witterung und Krankheiten bzw. Schädlingen.
2)
Was erreichen wir durch den Schnitt?
Es
lassen sich viele Stöcke nebeneinander pflanzen, die zahlreiche und
qualitativ gute Trauben hervorbringen. Durch die richtige Abstimmung zwischen
Triebzahl, Blattfläche (Laubwand) und Trauben, wird die Qualität
erhöht. Die Triebe können am Einzelpfahl oder am Drahtrahmen
geordnet werden. Dadurch bekommt der Stock Licht und Luft. Auch die Schädlingsbekämpfung
wird erleichtert.
Zusammenfassend
kann man sagen, durch den Schnitt behält der Stock seine Form, die
Weinbergsarbeiten werden erleichtert und ein guter Ertrag in Menge und
Güte gesichert.
3)
Was verlangt der Stock von uns?
Die
Augenzahl, die wir anschneiden, muß soviel Trieben die Entwicklung
ermöglichen, daß ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen
Wurzeln und den oberirdischen Stockteilen entsteht. Es muß einmal
gesichert sein, daß die Wurzeln den Stock ausreichend mit Nährstoffen
versorgen, zum anderen müssen soviel Blätter vorhanden sein,
daß möglichst viel Zucker erzeugt werden kann. Ferner muß
der Stock so geschnitten werden, daß er ausreichend Sonnenlicht und
Luft erhält.
4)
Wieviel Augen sollen angeschnitten werden?
Faustregel:
8 - 12 Augen je qm Rebstandraum. Die Anzahl der anzuschneidenden Augen
wird vom Wuchszustand der Rebe bestimmt.
5)
Die Zeit des Rebschnitts:
Die
günstigste Zeit für den Rebschnitt liegt nach den Winterfrösten.
Bei einem früheren Schnitt lassen sich auftretende Winterfrostschäden
nicht mehr ausgleichen. Viele Betriebe werden aber aus Gründen der
Arbeitsverteilung mit dem Rebschnitt früher beginnen. Ein gewisses
Risiko ist dann nicht auszuschließen.
Der
theoretisch frühestmögliche Termin für den Rebschnitt liegt
im Herbst nach dem natürlichen Blattfall. Bei spätem Schnitt
im Frühjahr verlieren die Stöcke Saft, sie "Bluten".